SCHWEI - Die geplante Flurbereinigung im Bereich Norderschwei, Schwei-West, Süderschwei und Kötermoor findet nach wie vor nicht die ungeteilte Zustimmung aller Betroffenen. Das machten zwei Informationsabende deutlich, zu den der beauftragte Arbeitskreis jetzt die Eigentümer und Nutzer der betroffenen Flächen ins Hotel „Schweier Krug“ eingeladen hatte.
Insgesamt 10,22 Millionen Euro stehen für die voraussichtlich ab 2010 laufende Maßnahme zur Verfügung. Dabei steuert das Land Niedersachsen 75 Prozent (7,67 Millionen Euro) bei und die Gemeinde Stadland 1 Million Euro mit einer Bürgschaft von 350 000 Euro. Die Eigenleistung der Teilnehmer soll 1,51 Millionen Euro betragen und mit 29 Euro pro Hektar und Jahr über eine Laufzeit von 20 Jahren abgegolten werden.
Das Ausbauverfahren werde sich über acht bis zwölf Jahre erstrecken, erklärte Klaus Speckmann vom Amt für Landentwicklung in Oldenburg (GLL), der mit seiner Kollegin Silvia Winter den Finanzierungsplan vorstellte.
Speckmann betonte, dass die Flurbereinigung keine reine Wegebaumaßnahme sei, sondern ebenso auch den Flächentausch beinhalte. Die Flächen sollen dabei so getauscht werden, das unter wirtschaftlichen Gesichtpunkten zukunftsfähige Neustrukturierungen entstehen können.
Einige Landwirte stellten kritische Fragen zur Finanzierung und beklagten die Beteiligungssumme von 29 Euro. Über den Wegeneubau in Süderschwei herrschte Uneinigkeit unter den Anwesenden. Uwe Ralle vom Landwirtschaftsamt Oldenburg-Nord wies darauf hin, dass es sich um eine Solidargemeinschaft handele und das der Prozess der Ausgestaltung dynamisch und flexibel sei. Veränderungsvorschläge könnten jederzeit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft eingebracht werden.
Otto Hermann Witting, Vorsitzender des Landvolkvereins Schwei, wies darauf hin, dass bei Straßenbaumaßnahmen seitens der Gemeinde, die in Zukunft unabhängig von einer Flurbereinigung durchgeführt werden müssten, die Anlieger laut Straßenausbaubeitragssatzung sogar 75 Prozent der Kosten übernehmen müssten. Für die neu zu bauenden Straßen, die alle im Bereich Süderschwei und Achterstadt liegen, müsse eine neue Anliegergenossenschaft gegründet werden, die für den Unterhalt der Straßen zuständig ist, da die Gemeinde diese Kosten nicht übernehmen wird.
Die jetzigen Wege seien vielfach dem Schlepperverkehr nicht mehr gewachsen und in Auflösung begriffen, machte Uwe Ralle deutlich. Nachteilig sei zudem die Breite der Straßen und Wege, die mit teilweise nur 2,50 Meter ein Ausweichen auf den Randstreifen unumgänglich machten. Brücken und Hofzufahrten müssten ebenfalls verbreitert werden. Geplant sei eine Verbreiterung auf 3 bis 3,50 Meter. „Man wird hier alle Regeln der Baukunst anwenden müssen, um eine genügende Festigkeit zu erzielen", so Uwe Ralle.
