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Flurbereinigungsverfahren „Misstrauen gegenüber den Vordenkern“

SCHWEI - Es herrsche großes Misstrauen gegenüber den Vordenkern der Flurbereinigung in Schwei, hieß es bei der Zusammenkunft im Kötermoorer Hof am Dienstagabend. Man traue ihnen nicht zu, dass das ganze Verfahren segensreich enden werde. „Wir wollen ihnen nicht das Ruder überlassen“, sagte ein Teilnehmer und gab so die Auffassung seiner Mitstreiter wieder.

Rund 400 Landeigentümer

Der Tag der Entscheidung rückt näher. Für Donnerstag, 31. März, sind alle rund 400 Eigentümer und Erbbauberechtigten der Flurstücke in Schwei zur Wahl des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens eingeladen. Beginn ist um 19 Uhr in der Markthalle Rodenkirchen. Es sind neun Vorstandsmitglieder zu wählen, hinzu kommen deren Vertreter. Kandidieren wollen Otto Plocher aus Achterstadt, Hergen Freels (Schwei), Hajo Hennings (Norderschwei) Jörg Deharde (Kötermoor), Freerk Syassen (Achterstadt), Roeluf van Veen (Kötermoor), Sandra Oetken (Augusthausen), Holger Busch (Schweieraußendeich) sowie Jürgen König (Schweieraußendeich). Sie alle sprachen sich nicht etwa gegen die Flurbereinigung aus. Das Verfahren wollen sie vielmehr „aktiv und passiv begleiten“, wie es Jörg Deharde formulierte. Es sei wichtig, das Verfahren für alle Beteiligten zu einem guten Ende zu führen, damit viele einen Vorteil davon hätten.

Die Gruppe, die sich außerhalb des Landvolkvereins Schwei gebildet hat, strebt nach Aussage von Jörg Deharde eine konstruktive Begleitung des Flurbereinigungsverfahrens an. Die Interessen aller Landeigentümer müssten vertreten werden. Schließlich seien von den etwa 400 Eigentümern nur 29 Vollerwerbslandwirte. Und es gebe immer noch Leute, denen das Verfahren überhaupt nicht bekannt sei. Mehr Transparenz als bislang in den Arbeitskreisen sowie Meinungsvielfalt und Informationen nach außen seien daher dringend geboten. „Wir müssen offen kommunizieren“, betonte auch Holger Busch.

Nutzen und Kosten

Seine Skepsis über die bisherige Vorgehensweise äußerte Otto Plocher: „Wenn ich alles mit Beton-Karos überziehe, ist das nicht unbedingt für alle von Vorteil“, sagte er und spielte auf die geplanten Wirtschaftswege an. Die neuen Wege gehörten auf den Prüfstand, sagte Jörg Deharde. Die Eingriffe seien gering zu halten. Für Otto Plocher standen auch die Fragen nach dem Nutzen, den Kosten und dem Naturschutz im Raum.

Für Hajo Hennings gibt es noch sehr viele Unwägbarkeiten. Als Beispiel führte er die Wertermittlung der Flächen ins Feld. Hergen Freels erwähnte die zu bildende Weggenossenschaft. Der Untergrund sei teilweise zu schlecht, um neue Wege zu tragen.


Rund 2800 Hektar sind betroffen. Die rund zehn Millionen Euro, die für die drei Teilgebiete vorgesehen seien, müssten gleichmäßig verteilt werden. Darüber sind sich alle einig. „Eine Region im Flurbereinigungsgebiet darf sich nicht untervorteilt fühlen“, so Jörg Deharde.

Dass viele Zuzügler in der Landschaft etwas anderes sehen würden, als eine zu erschließende Fläche, sagte Otto Plocher. „Sowohl die Interessen der Haupt- und Nebenerwerbslandwirte, bei denen sich auch oft ein Generationenwechsel abzeichnet, als auch der Anwohner, die häufig in den aufstrebenden Tourismus investieren, sollen gewahrt werden“, gab Sandra Oetken zu bedenken.

Bald also wird es ernst. Die Arbeit beginnt mit der Wahl am 31. März.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake
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