SCHWEI - Mit gelben Rosen und Sternen haben rund 20 Mädchen und Jungen des Kindergartens „Lüttje Lüü“ ihre Betreuerin Renate Duhm verabschiedet. Für die 62-Jährige begann am Freitag der wohlverdiente Ruhestand. Die Kindergarten-Leiterin Heike Woltmann bezeichnete ihre scheidende Mitarbeiterin als „einen zuverlässigen Anker im Kindergarten“.
Vor 35 Jahren hatte Renate Duhm ihre berufliche Tätigkeit aufgenommen – damals noch bei der Gemeinde Schwei. Am 2. Januar 1974 war es bei der Eröffnung der Spielkreisgruppe in Norderschwei so weit: Morgens um 8 Uhr kamen erstmals 53 Mädchen und Jungen in die Einrichtung. Mit einem so großen Zuspruch hatte damals niemand gerechnet. Vertreter der Gemeinde waren ebenfalls zur Eröffnung erschienen. Und vier Frauen mussten bei all dem Trubel den Überblick behalten. „Das war eine harte Nummer“, erinnerte sich Renate Duhm an ihren ersten Arbeitstag.
Ein Buddha zum Abschied
Eigentlich hatte sie sich nur kurz engagieren wollen. „Wir brauchten doch etwas für unsere Kinder“, sagte sie. Irgendwann im Laufe der Zeit habe sie dann vergessen, aufzuhören. Die Kinder dankten es ihr. Ein besonderes Anliegen waren ihr stets die Mädchen und Jungen, die Hilfe benötigten. „Ich gehe schweren Herzens“, sagte sie. Die 62-Jährige will nun mit ihrem Ehemann Klaus Duhm den Ruhestand genießen. Weil sie bei ihren Reisen den Kontinent Asien kennen gelernt hat, schenkten ihr die Kolleginnen einen bronzenen Buddha. Renate Duhm bedankte sich bei dem „tollen Team“ und schenkte dem Kindergarten ihrerseits zum Abschied einen Geburtstagstisch für die Kinder. Der bereits vorhandene Geburtstagsstuhl werde überholt, versprach sie.
Die Stimmung im Kindergarten war gestern herzlich und ungezwungen. Viele Impulse seien von Renate Duhm ausgegangen, betonte Heike Woltmann. Sie habe Ideen und Gedanken auf den Punkt gebracht und sich auch für das Dorf engagiert.
Keine Krankmeldung
An ihrem letzten Arbeitstag im Kindergarten versammelten sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Mitarbeiter, Vertreter des Elternbeirats sowie des Fördervereins Eichhörnchen, Stadlands Bürgermeister Boris Schierhold und Ordnungsamtsleiter Walter Lübben, um den Abschied zu feiern. „Ich kann mich nicht daran erinnern, von Ihnen jemals eine Krankmeldung erhalten zu haben“, sagte Walter Lübben. „Bescheidenheit war immer Ihre Tugend“, merkte er an.
Boris Schierhold erinnerte an den Beginn des Spielkreises. „Damals hatten wir den großen Boom“, sagte er. Kindergarten und Grundschule legten nun einen Schwerpunkt auf Integration. Das Personal sei gefordert, sich damit auseinander zu setzen.
Der neue Kindergarten in Schwei war 1993 eröffnet worden. Zurzeit besuchen ihn 37 Mädchen und Jungen. Für Renate Duhm hat die Gemeinde eine Erzieherin eingestellt, die am Montag ihre Arbeit aufnimmt.
