Dötlingen/Varel - Die Produktion und Schlachtung von Schweinen in Deutschland wird möglicherweise vom hohem Niveau aus an Bedeutung verlieren. Das deutete Marktexperte Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg) am Freitagabend beim „11. Norddeutschen Vieh- und Fleischhandelstag“ in Dötlingen (Kreis Oldenburg) an.

Die Zahl der Schlachtungen sinke auch 2013 und entferne sich damit weiter vom Rekordkoch von knapp 60 Millionen Schweinen im Jahr 2011. Damit schrumpfe auch das Umfeld, in dem die etwa 3000 Vieh- und Fleischhändler – als Vermittler zwischen Produzenten und Schlachtunternehmen – tätig seien. Die Entwicklung werde sich vermutlich fortsetzen.

Für die Schweinehaltung erwartet Hortmann-Scholten trotz der aktuellen Entlastung beim Futter schwierigere Bedingungen – wegen Auflagen im Außenbereich, Filter-Nachrüstungspflichten, Gülle-Kataster und weiteren Vorgaben. Zugleich dränge günstiger produzierende Konkurrenz – etwa aus Brasilien oder künftig auch aus Kanada – nach Europa. Unterm Strich würden die Kosten in der Ferkel- und Schweineproduktion steigen. Diese werde sinken.

Beim Rindfleisch sieht es günstiger aus, machte Hortmann-Scholten deutlich. Und extrem gut habe sich seit anderthalb Jahren der Milchmarkt entwickelt – mit Erzeugerpreisen um 40 Cent. Bei niedrigem Zinsniveau werde sehr viel investiert. Am Milchmarkt erwartet der Kammer-Experte nun stärkere „Wellen“ – ähnlich dem „Schweinezyklus“ im Fleischmarkt.

Der Vieh- und Fleischhandelstag wurde von den Verbänden Hannover, Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Weser-Ems (Geschäftsführer: Dirk Meinardus/Varel) veranstaltet.