Osnabrück/Konstanz - Der Einbruch des Euro gegenüber dem Schweizer Franken bringt Kommunen in ganz Deutschland in die Bredouille. Einige Städte, Gemeinden und Landkreise hatten wegen vergleichsweise niedriger Zinsen Kredite in Franken aufgenommen. Sie hoffen nun, dass sich der Wechselkurs bis zur Fälligkeit der nächsten Zahlungen wieder beruhigt. „Unsere nächste Quartalszahlung ist erst am 30. März fällig“, sagte am Dienstag der Konstanzer Kämmerer Hartmut Rohloff. „Bis dahin wird sich der Kurs - das ist die Hoffnung - wieder etwas normalisieren.“
Die Schweizer Notenbank hatte in der vergangenen Woche die Koppelung des Franken an den Euro aufgehoben. Die Gemeinschaftswährung verlor daraufhin massiv an Wert gegenüber dem Franken. Die Rückzahlung der Kredite könnte für die Kommunen dadurch teurer werden als geplant.
Konstanz hat nach Angaben des Kämmerers zurzeit Verbindlichkeiten von etwa 24 Millionen Euro. Darunter seien auch Darlehen über eine Million Schweizer Franken.
Die Stadt Osnabrück hat nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren Kredite in Höhe von 49,4 Millionen Franken. Durch die Entscheidung der Schweizer Notenbank betrage der Buchverlust seit dem 31. Dezember 7,3 Millionen Euro, sagte Kämmerer Thomas Fillep am Dienstag.
Das sei aber nur ein theoretischer Wert, betonte Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU). Entscheidend sei der Kurs, der bei Fälligkeit einer der insgesamt neun laufenden Kredite gelte. Der nächste Kredit werde im März fällig. Die Stadt habe wie andere Kommunen das im Vergleich zur Euro-Finanzierung um bis zu 1,5 Prozentpunkte niedrigere Zinsniveau nutzen wollen, erklärte Fillep.
Derzeit haben nach Kenntnis des niedersächsischen Innenministeriums die Stadt und der Landkreis Osnabrück Kredite in Fremdwährung aufgenommen. „Bis Ende vergangenen Jahres gehörten auch die Städte Oldenburg und Göttingen dazu“, hieß es weiter.
Bereits in der vorigen Woche war bekanntgeworden, dass einige Kommunen in Nordrhein-Westfalen von der kräftigen Abwertung des Euro betroffen sind. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hatten Ende 2013 laut Statistischem Landesamt von fast 400 Gemeinden 25 Fremdwährungskredite in einem Volumen von 1,9 Milliarden Euro in den Büchern. Ein großer Anteil soll dabei auf Schweizer Franken lauten, wie aus einer Aufstellung hervorgeht.
