Emden - Das Volkswagen-Werk in Emden kämpft mit Problemen beim komplizierten Anlauf des neuen Passat-Modells. Nach Informationen der NWZ wurden am vergangenen Wochenende mehrere Hundert unbrauchbare Rohbauten für das neue Modell „B8“ produziert.

Zwar konnten dem Vernehmen nach zahlreiche Teile noch gerettet werden, eine dreistellige Zahl von Karosserien musste aber verschrottet werden. Einem Bericht der „Ostfriesen-Zeitung“ (Leer) zufolge hatte ein Softwarefehler bei Robotern dazu geführt, dass Schweißpunkte und -nähte falsch gesetzt wurden.

Der Autobauer räumte Probleme ein, betonte aber, dass die Produktion dadurch nicht in Bedrängnis geraten sei. „Die Störung hat die Fertigung nicht beeinträchtigt“, sagte der Sprecher des Emder VW-Werks Ludger Abeln am Mittwoch. Man liege mit der Anlaufkurve weiterhin voll im Plan. Die für Ende November geplante Markteinführung des neuen Passat-Modells B8 „ist derzeit nicht gefährdet“, so Abeln weiter.

Die Emder VW-Mannschaft steht in diesen Monaten vor ambitionierten Herausforderungen. Erstmals in der Geschichte des ostfriesischen Werks werden dort mit dem Variant und der Limousine des neuen Passat B8, dem Variant und der Limousine des Vorgängermodells B7, dem Allradmodell Alltrac und dem Coupé CC sechs Modelle gleichzeitig gefertigt. Erstmals wird in Emden nun nach dem Prinzip des modularen Querbaukastens produziert. Rund eine Milliarde Euro hatte der Konzern in den vergangenen Jahren in die Modernisierung des ostfriesischen Standorts investiert. „Der Anlauf eines komplett neuen Produkts stellt jedes Werk vor große Herausforderungen“, sagte Abeln.

Nicht äußern wollte sich der VW-Sprecher derweil zu personellen Änderungen im Management des Emder VW-Werks. Nach Angaben der „Ostfriesen-Zeitung“ hat der VW-Konzernvorstand den Emder Fertigungsleiter Hartmut Naumann von seinen Aufgaben entbunden. Peter Riechers, Logistik-Chef des Werks, soll dem Bericht zufolge einige Monate früher als geplant in den Vorruhestand gewechselt sein. Personelle Entscheidungen kommentierte man generell nicht, so Werkssprecher Abeln.


Naumann hatte im Frühjahr kurzzeitig – nach dem Wechsel des vorherigen Werkleiters Jens Herrmann nach Wolfsburg und vor dem Amtsantritt dessen Nachfolgers Frank Fischer – den Standort geleitet. Zudem war er federführend für den Anlauf des B8 verantwortlich. Ob der Abgang im Zusammenhang damit steht, ist indes offen.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft