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Gastronomie-Hygiene Wenig Ekel-Alarm in regionalen Küchen

Robin Schneider

Roffhausen - Bei der Imbiss-Bude an der Ecke sollen die Salmonellen nur so sprießen. Und im Restaurant gibt es Pressfleisch statt Schnitzel. „Solche Gerüchte entstehen immer wieder aus dem Nichts und halten sich hartnäckig. Sogar in meinem Kegelverein werde ich darauf angesprochen“, sagt Dr. Andreas Graf vom Veterinäramt Jade-Weser. „Derartiges haben wir aber noch nie nachgewiesen“, betont der stellvertretende Geschäftsführer des Veterinäramts.

Die Kontrolleure des Veterinäramts untersuchen ein- bis zweimal im Jahr mehr als 2000 Lebensmittelbetriebe in Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund und der Wesermarsch. Dazu gehören Restaurants, Imbisse, Bäckereien und Fleischereien, aber auch Kioske und Brauereien.

Wie oft genau die Kontrolleure die Untersuchungen durchführen, hängt davon ab, wie gesundheitsriskant die Produkte der Unternehmen sind und wie sauber gearbeitet wird.

„Bei diesen Plankontrollen kommen die Kontrolleure, die übrigens ausgebildete Fleischer, Bäcker oder Ähnliches sind, unangemeldet zu den Betriebszeiten“, sagt Graf. In der Regel ist alles in Ordnung. Nur bei weniger als zehn Fällen im Jahr sind die Beanstandungen so ernst, dass die Läden ihre Türen vorübergehend schließen müssen.

Erneute Kontrollen

Aber selbst dann muss der Betrieb in der Regel nur gründlich gereinigt werden. Nach Absprache kommt der Kontrolleur wieder und schaut sich erneut um. Meistens kann dann schon nach ein bis zwei Tagen wieder die Tür geöffnet werden.


Das Ekligste, was das Veterinäramt bisher vorgefunden hat, war verschimmelter Fisch. So kurios, wie es manche Gerüchte erscheinen lassen, ist die Arbeit der Kontrolleure also nicht.

Graf widerlegt auch ein anderes Klischee: „Dönerbuden und dergleichen sind keineswegs unhygienischer als teure Restaurants. Das haben mir mehrere Kontrolleure versichert.“ Auch in einem gut geführten Betrieb könne es zum Beispiel wegen Familien- oder Personalproblemen innerhalb kurzer Zeit zu Hygienemängeln kommen. „Aber natürlich passiert es auch, dass Betriebe sich massiv verbessern. Das freut uns dann besonders“, sagt Geschäftsführer Dr. Norbert Heising mit Blick auf Betriebe, die ihre Qualität in kurzer Zeit stark anheben.

„Die Kontrollen sind immer nur Momentaufnahmen“, betont Heising, „Das ist auch der Grund, weshalb wir eine Lebensmittelampel bei Restaurants so kritisch sehen. Sie wäre nie wirklich gerecht und aktuell, weil der Verbraucher bei grün eine Erwartung hat, die wir so nicht erfüllen können.“

Auch über die Rolle des Gesundheitsamts bei Lebensmittelkontrollen bestehen weit verbreitete Irrtümer. „Die Verbraucher senden regelmäßig Meldungen, die eigentlich in unser Arbeitsgebiet fallen, fälschlicherweise an das Gesundheitsamt. Unsere Aufgabenbereiche sind aber strikt getrennt und wir arbeiten gut zusammen“, sagt Graf.

Lebensmittelkontrollen und Probeuntersuchungen sind ausschließlich Angelegenheit des Veterinäramts. Das Gesundheitsamt informiert dagegen zum Beispiel das Restaurantpersonal darüber, mit welchen Krankheiten sie nicht zur Arbeit gehen dürfen. Das Gesundheitsamt erklärt die Regeln, während das Veterinäramt darauf achtet, dass sie eingehalten werden.

Name missverständlich

„Der Begriff ‚Veterinäramt‘ ist womöglich etwas überholt, wir haben nämlich nicht mehr nur mit tierischen Produkten zu tun. Deshalb haben sich manche Ämter auch schon in Veterinär- und Lebensmittelkontrollamt umbenannt“, erklärt Graf.

Auf die Frage, ob sie selbst gerne essen gehen antworten beide mit einem klaren Ja. „Erst kürzlich am Valentinstag sind meine Frau und ich essen gegangen. Das war sehr lecker“, erklärt Graf. Und auch Heising sagt: „Ansonsten hätten wir unseren Beruf wohl verfehlt.“

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