Varel - Die Bundesstraße 437 hat nach Ansicht der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht. Nach einer Prognose wird sich der Schwerlastverkehr bis 2025 sogar noch verdoppeln, sagte Jens Fries von der Straßenbaubehörde in Hannover am Dienstagabend bei einer Bürgerinformation zur Verkehrsstudie für die Region um Varel. Zu den Maßnahmen, mit denen eine Entlastung geschaffen werden könnte, zählt die Straßenbaubehörde auch eine Ortsumgehung in Varel.

Diplom-Ingenieur Fries sowie Dr. Peter Bischof und Ann-Kathrin Meyer vom beauftragten Ingenieurbüro SHP in Hannover stellten das Vorgehen der Experten bei der verkehrswirtschaftlichen Untersuchung für Varel vor. Zunächst findet eine Analyse statt, zu der auch die Verkehrsbefragung am 9. Oktober gehörte. An jenem Tag wurden 4500 Autofahrer befragt. So sollte ermittelt werden, woher die Kraftfahrzeuge kommen (Quellverkehr) und wohin sie fahren (Zielverkehr). Ausgewertet werden auch Unfalldaten, Daten der Verkehrszählung (ebenfalls am 9. Oktober), ferner Mängel im Straßennetz. Daraus wird ein Verkehrsmodell entwickelt, aus dem wieder Maßnahmen abgeleitet werden können. Alles diene dem Ziel, die Verkehrsbelastung zu mindern, so Fries.

Zu den Ideen für geeignete Maßnahmen zählen die Verkehrsplaner auch eine Ortsumgehung für Varel, entweder eine dicht am Ortskern vorbeiführende Umgehung nördlich oder südlich von Varel, vielleicht auch eine etwas entfernte liegende Trasse (etwa von Hohenberge nach Neuenwege). Eine weitere Idee, mit der für Entlastung in Varel gesorgt werden kann, ist der Ausbau der Bundesstraße 437 in der Wesermarsch zwischen Diekmannshausen und Schweiburg, um Überholmöglichkeiten zu schaffen, deutete Fries an.

Er warnte zugleich vor isolierten Maßnahmen: „Möbeln wir die B 437 auf, steigt die Verkehrsmenge, andererseits wollen wir den Verkehr aus Varel heraushalten.“ Laut Ingenieurbüro SHP liegt die Verkehrsbelastung auf der B 437 zu Spitzenzeiten bei 1100 bis 1300 Fahrzeugen pro Stunde. Jetzt werden erst einmal die Daten der Verkehrsbefragung – 4500 Autofahrer – ausgewertet. Bis Jahresende soll die Studie vorliegen. August Osterloh sprach die Anwohnerbedenken aus: „Das Problem sind die Lastwagen, wir sind die Hauptzufahrt zur Wesermarsch geworden.“