Wesermarsch - Am Montag haben viele junge Menschen im Landkreis Wesermarsch ihre Ausbildung begonnen. Eine genaue Gesamtstatistik gebe es jedoch nicht, weil kein Arbeitgeber gezwungen sei, die Ausbildungsstelle auszuschreiben und zu melden, erklärt Claudia Zimmermann von der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. Auch sei es möglich, dass Arbeitgeber die Stellen nur in der Zeitung oder im Internet ausschrieben. Zimmermann schätzt jedoch, dass 70 bis 80 Prozent der Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet und somit in den Statistiken erfasst seien.
Vorher bei Firmen anrufen
Für die gesamte Wesermarsch sind demnach 563 Ausbildungsplätze erfasst worden. 185 davon seien derzeit noch als unbesetzt gemeldet. „Ich würde jedoch nicht davon ausgehen, dass die Stelle frei ist, sondern vorher anrufen und nachfragen“, sagt Zimmermann. Es könne sein, dass die Firmen die Stelle noch nicht als besetzt gemeldet hätten. Möglichkeiten auf einen Ausbildungsplatz gebe es noch – wenn auch vielleicht nicht im Traumberuf.
Insgesamt gab es 881 Bewerber im Landkreis Wesermarsch, 684 davon sind bereits mit Ausbildungsstellen versorgt. Hierzu zählen auch diejenigen, die sich statt einer Ausbildung für einen Platz an einer Schule entschieden haben. 197 Bewerber sind als unversorgt gemeldet. Doch auch bei ihnen könnte es sein, so Zimmermann, dass einige bereits versorgt seien, und sich noch nicht gemeldet hätten. Dass die Zahl der versorgten Bewerber höher als die der Ausbildungsplätze ist, liegt daran, dass nicht alle Azubis, die in der Wesermarsch wohnen, auch zwingend in der Wesermarsch ausgebildet werden. Im Schnitt sind rund sechs von zehn Bewerbern mit einer Ausbildungsstelle versorgt.
Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Brake meldet 297 Berufsausbildungsstellen, dies sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr. 89 Stellen davon sind derzeit noch unbesetzt. 429 Personen haben sich in Brake auf eine Ausbildungsstelle beworben, knapp zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. 85 Bewerber sind zur Zeit noch ohne eine Lehrstelle. Im Schnitt können in Brake sieben von zehn Bewerbern versorgt werden.
Im Geschäftsstellenbereich Nordenham sind die Zahlen ähnlich. Hier bekommen im Schnitt sechs von zehn Bewerbern eine Lehrstelle. Von 266 Ausbildungsstellen (sieben mehr als im Vorjahr) sind derzeit 96 unbesetzt. Von 452 Bewerbern sind derzeit 112 unversorgt, vor einem Jahr waren es 163. Die Anzahl der unversorgten Bewerber hat somit um 31,3 Prozent abgenommen.
Viele Stellen im Handel
Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) meldet 300 neueingetragene Ausbildungsverhältnisse für die Wesermarsch, 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im gesamten Gebiet der Oldenburgischen IHK, von Wilhelmshaven bis Delmenhorst, bildet der Handel mit 953 von 3818 Lehrstellen die meisten jungen Menschen aus. Im Vorjahr waren es 802 Lehrstellen, der Handel hat die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse damit um 18,8 Prozent gesteigert.
Die Handwerkskammer Oldenburg meldet für den Kammerbezirk 2220 registrierte Lehrverträge. „Das bedeutet gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von 53 Lehrverträgen beziehungsweise von 2,4 Prozent“, sagt Pressesprecher Torsten Heidemann. Im Landkreis Wesermarsch seien 168 neue Lehrverträge geschlossen (Vorjahr 163) worden – ein Plus von 3,1 Prozent. „Wenn man das Vorjahr betrachtet, dann gab es Zuwächse in den Berufen Maurer, Dachdecker und Zimmerer. Die Zahlen der Lehrverträge im Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie im Tischlerhandwerk sind gegenwärtig rückläufig“, urteilt Heidemann.
Bei der Firma L.I.T. hatten am Montag 23 neue Azubis ihren ersten Arbeitstag. Sie wurden zunächst einmal um den Hof des Betriebsgeländes in Brake geführt. 13 Azubis haben beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) neu angefangen. Sie werden im gesamten Verbandsgebiet eingesetzt. Weitere Auszubildende werden in den nächsten Tagen in der NWZ vorgestellt.
