SEDELSBERG - „Für mich ist das nur reine Flickschusterei. Da hätte ich mehr erwartet“. Was Brigitte Roder-Niehaus auf die Palme bringt, sind die inzwischen abgeschlossenen Sanierungsarbeiten an der Hauptstraße in Sedelsberg. Mehrere Tage lang wurden die Straßendecke in Teilabschnitten von Bauarbeitern abgefräst und neu verfüllt sowie eine Bitumenschicht aufgetragen.
„Bei dem vielen Verkehr, der hier täglich über sie rollt, hätte die Straße eine Komplettsanierung verdient“, ist die Sedelsberger Apothekerin überzeugt. Eberhard Nolmann, der an der Straße ein Textil- und Sportgeschäft betreibt, befürchtet, dass die ausgebesserte Straße beim kommenden strengen Winter wieder aufreißt. „Die Konsequenz wäre eine Kette von Ausbesserungsarbeiten“, ist sich der Kaufmann sicher. Er würde sich neben einer komplett neuen Fahrbahndecke auch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Bereich der Hauptstraße wünschen. „Es gibt hier viel zu viele Autos und Laster, die sich nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h halten“, so Nollmann.
„Eine Komplettsanierung der Hauptstraße ist auch eine Kostenfrage. Und wer soll das bezahlen? “, fragt sich Theodor Schmidt, CDU-Ratsherr und Anlieger. Franz Reiners betreibt an der Kreisstraße eine Werkstatt und kann den Unmut einiger Bürger über die Sanierungsarbeiten nicht nachvollziehen. „Den Vorwurf der Flickschusterei lasse ich nicht gelten. Hier wurde schnell und ausreichend auf die Winterschäden in der Fahrbahndecke reagiert“, sagt der Mechaniker.
Für Renate Polster ist es noch zu früh, die Straßensanierung zu bewerten. „Da sollte man erst den nächsten Winter abwarten“, so die Sedelsbergerin. Was sie noch viel mehr wurmt, als eine kapute Straßendecke, ist der schlechte Zustand des Radweges mit Wellen und Löchern. „Mein Sohn Leon ist hier schon mehrfach gestürzt“, berichtet die Mutter.
Bei der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen zeigt man durchaus Verständnis für die Kritik an den Sanierungsarbeiten. „Es ist eben alles eine Frage der Kosten und des Budgets, mit dem wir auskommen müssen“, sagt Klaus Haberland, Leiter des Geschäftsbereichs. Er hält die Reparaturarbeiten in Sedelsberg für ausreichend. „Bei Komplettsanierungen werden Straßen außerorts immer bevorzugt, weil hier höhere Geschwindigkeiten gefahren werden als auf Ortsdurchfahrten“, so Haberland.
