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Minus bei Kohle und Containern Seehäfen in Niedersachsen schlagen 2023 weniger um

Blick auf den Hafen in Brake: Hier schlägt der Betreiber J. Müller unter anderem Getreide und Holz um.

Blick auf den Hafen in Brake: Hier schlägt der Betreiber J. Müller unter anderem Getreide und Holz um.

Lemkühler

Im Nordwesten - Mehr Autos und LNG, aber weniger Container und Kohle: In den niedersächsischen Seehäfen sind im vergangenen Jahr insgesamt weniger Güter umgeschlagen worden. Gegenüber dem Vorjahr gab es 2023 einen Rückgang um sieben Prozent auf 50,58 Millionen Tonnen, wie die landeseigene Hafenvermarktungsgesellschaft Seaports of Niedersachsen am Montag in Oldenburg mitteilte. Dazu beigetragen haben demnach sowohl ein schwächerer Materialbedarf der energieintensiven Industrie, als auch geopolitische Spannungen und dass die in der Energiekrise ausgeweiteten Kohleimporte wieder zurückgefahren wurden.

Weniger Kohle, mehr LNG

Als einziger der größeren Hafenstandorte in Niedersachsen hatte Emden ein leichtes Plus von drei Prozent zu verzeichnen. Dort wurden 1,3 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, das waren etwa 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Unterdessen ging der Umschlag besonders im industriell geprägten Stade stark um 26 Prozent zurück – aber auch in der Wesermarsch und in Papenburg gab es zweistellige Minuswerte. Während sich in Nordenham vor allem die gesunkene Nachfrage nach Kohle auswirkte, war es in Brake der Ukraine-Krieg. So wurden beispielsweise aufgrund von Sanktionen und gestiegener Preise weniger Düngemittel umgeschlagen und Getreide wurde verstärkt auf der Schiene statt auf dem Seeweg transportiert.

Fast 31.000 Solarmodule: Die Drohnenaufnahme zeigt nur einen Teil der mit Fotovoltaik bestückten Hallen.

J. MÜLLER BAUT GRÖSSTE DACH-FOTOVOLTAIKANLAGE IN NIEDERSACHSEN Mehr als 30.000 Solarmodule auf zehn Hallen im Braker Hafen

Christian Quapp
Brake

Im Jade-Weser-Port ging unterdessen der Containerumschlag um 22 Prozent auf rund 532.000 Standardcontainer zurück. Dass sich das Minus beim Umschlag in Wilhelmshaven dann insgesamt nur auf vier Prozent belief, ist vor allem auf Importe von Flüssigerdgas (LNG) zurückzuführen. 45 Schiffe liefen den schwimmenden LNG-Anleger im vergangenen Jahr an, sagte der Seaports-Geschäftsführer André Heim. „Dadurch konnten ungefähr 3,6 Millionen Haushalte in Deutschland für ein Jahr mit Erdgas versorgt werden.“

Zuwachs hat es 2023 beim Import von Neufahrzeugen in Wilhelmshaven gegeben. Hier wurden rund 36.200 umgeschlagen.

SEEHÄFEN-BILANZ 2023 Trotz Umschlagsrückgang bleibt Wilhelmshaven stärkster Hafen

Wilhelmshavener Zeitung
Wilhelmshaven

Geplante Investitionen

Die Energieversorgung und der Ausbau der Offshore-Windkraft geben die Richtung der Hafenentwicklung vor. In den Ausbau der neun Standorte investiert die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports allein in diesem Jahr rund 92 Millionen Euro. Weitere 53 Millionen Euro fließen in die Instandhaltung. Investitionen in die Häfen seien auch Investitionen in die Versorgungs- und in die strategische Sicherheit, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Aber: „Verantwortung für ganz Deutschland kann am Ende nicht ein Land allein tragen.“

Auf dem Weg zum Nato-Manöver: Drohnenaufnahme der Verladung von 100 gepanzerten Fahrzeugen der Gebirgsjäger im Hafen Emden.

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