Fedderwardersiel - Es brodelt im Bauch der „Seekrabbe“. Immer mehr Wasser schießt in den Laderaum – um dann durch ein Loch im Rumpf direkt wieder in den Priel zu fließen. Zurück bleibt Sand, und genau das ist die Mission des Spezialschiffs mit Heimathafen Norddeich. Die „Seekrabbe“ ist zurzeit wieder an Butjadingens Küste im Einsatz, um die Fahrrinne im Fedderwarder Priel sowie die Zufahrt zum Kutterhafen schiffbar zu halten.
Für die Arbeiten im Priel ist normalerweise ein aufwendiges Genehmigungsverfahren nötig. Das kann sich Niedersachsen Ports derzeit sparen. Denn im vergangenen Jahr war es der landeseigenen Hafengesellschaft gelungen, bei den zuständigen Behörden eine Langzeitgenehmigung einzuholen, die erst am 30. Juni 2021 ausläuft.
Nach Auskunft von Harald Ludwig, Leiter der auch für Fedderwardersiel zuständigen Braker Niederlassung von N-Ports, wird der aktuelle Einsatz der 52 Meter langen und 12,5 Meter breiten „Seekrabbe“ bis zum 25. April andauern. Das Ziel ist es, bis dahin 15 000 Kubikmeter an Sedimenten aus der Fahrrinne und der Hafeneinfahrt zu baggern und zu spülen.
Theoretisch sei das in den vier Wochen, in denen das Spezialschiff im Priel unterwegs ist, zu schaffen, so Harald Ludwig. Ob es auch praktisch gelingt, hänge davon ab, wann welches Verfahren – das Injektionsverfahren oder das Baggerverfahren – angewandt werden kann. Das wiederum sei von der Tide und der jeweiligen Beschaffenheit des Untergrunds abhängig, erklärt der N-Ports-Chef.
Beim Injektionsverfahren wird unter hohem Druck Wasser in den Grund injiziert. Dadurch werden die Sedimente aufgewirbelt. Den Rest erledigt der Ebbstrom, indem er den Sand in die Nordsee hinausträgt. Beim Baggerverfahren werden die Sedimente ebenfalls aufgewirbelt, dann aber mittels eines großen Saugers in den Laderaum des Schiffes verfrachtet. Das Baggergut wird später in Nebenarmen des Priels verklappt.
Den aktuellen Einsatz der „Seekrabbe“ hatte N-Ports im Vorfeld mit der Gemeinde und den Fischern sowie mit Reinhild Nießen, Kapitän der „Wega II“, abgestimmt.
