Oldenburg - „Wir haben es in der Hand, wie wir altern“, sagte Privatdozent Dr. Jürgen Bauer, Leiter des Geriatrischen Zentrums Oldenburg und Direktor der Universitätsklinik für Geriatrie (sogenannte Altersmedizin) in seinem Vortrag. Denn die Art wie Menschen altern sei nur zu 20 Prozent genetisch bedingt.
„Mit 40 bis 50 Jahren sollten wir uns darüber klar werden, dass wir für unser Altern selbst verantwortlich sind“, erklärte Bauer. Doch wie bleibt man im Alter fit? „Rauchen beschleunigt die Abnahme der geistigen Fitness. Also lassen Sie es“, riet Bauer. Mit Blick auf den Alkoholkonsum sei vor allem exzessives Trinken schädlich.
„Fordern Sie sich ein Leben lang. Fangen Sie immer wieder etwas Neues an – auch wenn das manchmal Frustration mit sich bringt“, ermutigte der Mediziner. Dabei geht es nicht ohne körperlichen Einsatz: „Es ist schön, wenn Sie spazieren gehen. Aber das reicht nicht. Sie müssen immer wieder an Ihre Grenzen gehen – aber möglichst nicht darüber hinaus“, so Bauer.
Ideal sei eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining sowie Dehnungsübungen. „Kombiniertes Training ist toll. Sie werden dadurch kräftiger, Ihre Knochendichte nimmt zu, Sie schlafen besser und werden nicht so leicht depressiv“, sagte Bauer.
Gute Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten ein Leben lang ist ebenfalls entscheidend. „Das geht meist auch ganz gut so lange alles in Ordnung ist. Aber etwa nach einer Lungenentzündung oder dem Tod des Partners wird es kritisch. Vor allem alleinstehende Männer lassen dann oftmals als erstes das warme Mittagessen weg. Achten Sie bei sich und anderen in solchen „Krisenzeiten“ auf regelmäßige Mahlzeiten.“
Außerdem wichtig, sei die soziale Teilhabe. Dies könne durch Integration Älterer ins Familienleben gelingen aber auch durch Aktivität in Vereinen oder die Mithilfe beispielsweise in Schulen.
„Altern erfordert Investitionen, persönlich und gesellschaftlich“, sagte Bauer. „Natürlich zahlen wir hohe Steuern, aber damit wird unter anderem eines der besten Gesundheitssysteme der Welt finanziert, welches dazu beiträgt, dass wir erfolgreich altern können. Wir sollten besser aufhören über den demografischen Wandel zu klagen. Ja, er ist eine Herausforderung. Nehmen wir sie an!“
