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Tier-Serie Seltene Schafe von Rasse und Klasse

Tatiana Gropius

Neustadt/Ovelgönne - Tiere besitzen, die sonst keiner hat – das wollten Alke Feise-Addicks und ihr Lebensgefährte Gerard Luten. Vor acht Jahren kamen die beiden nach Neustadt auf ihren Bauernhof und entschieden sich schnell für die niederländische Schafrasse Zwartbles. An diesem Vormittag befinden sich die Tiere noch in einem überdachten Gehege auf dem Bauernhof.

Angefangen hatte alles mit zwei tragenden Schafen aus Elsfleth. Erst sollten es vier bis sechs Schafe werden. „Aus dem Hobby ist ein Beruf geworden.“ Am Ende waren es zwischenzeitlich über 50 Schafe. Mittlerweile besitzen die Landwirte aber wieder 19 Schafe.

Der Schock vom letzten Jahr, als zwei wildgewordene Hunde nachts die Herde auf der Weide in Panik versetzen und 26 der Zwartbles-Schafe in einem Bach ertranken, ist immer noch da. „Am Anfang habe ich dreimal am Tag auf der Weide nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist“, erzählt Feise-Addicks und lässt den Blick auf den Tieren ruhen, die am Vormittag in einem Gehege stehen.

Neue Schafe gekauft

Als im vorherigen Jahr ein Teil der Herde tragisch verendete, musste Ersatz her. Denn die übrig gebliebenen Schafe schafften es nicht, die 8,5 Hektar Weide hinter dem Bauernhof leer zu fressen. Da entschlossen sich Feise-Addicks und Luten weiße Hausschafe hinzuzukaufen. Luten zeigt auf ein kleineres Gehege direkt gegenüber von den Zwartbles-Schafen. Denn hier gab es eine Überraschung. „Das Schaf hier haben wir eigentlich als Zwartbles gekauft. Beim Wollescheren stellte sich aber heraus, dass das Schaf doch irgendwie weiß ist“, erzählt Feise-Addicks. Das Tier, schwarzes Schaf in weißer Wolle, guckt treu zu seinen Besitzern. Die weißen Hausschafe leben nur übergangsweise auf dem Hof. „Die Zwartbles kann man wenigstens auseinanderhalten. Die Weißen sehen alle gleich aus. Außerdem klappern die den ganzen Tag mit den Ohren, da kann man die Zahl auf den Ohrenschildern gar nicht ablesen“, sagt Luten und lacht.

Sobald morgens die Dämmerung eintritt, steht einer der beiden auf und guckt auf der Weide nach den Tieren. „Das ist wie Meditieren, sag‘ ich immer. Total entspannend“, sagt Feise-Addicks. Das kann Luten, ihr Lebensgefährte, nur bestätigen. Sobald er auf der Weide stehe, kämen die Zwartbles-Schafe schon angelaufen und suchten Körperkontakt. Das machen sie an diesem Vormittag nicht anders. Einige der Tiere schmiegen sich an seine Hand, die er über den Gehegezaun hält. „Wenn man mit den Tieren richtig umgeht, dann sind sie richtig treu und suchen immer Körperkontakt“, sagt er.


Zutrauliche Wesen

Typisch für Zwartbles-Schafe ist die am Hinterkopf beginnende und bestenfalls ununterbrochene weiße Blesse und die schwarz-braune Wolle. Die beiden hinteren Fesseln sollten weiß sein und der Schwanz sollte eine weiße Spitze haben. Zwartbles-Schafe haben keine Hörner und sind bekannt für ihr zutrauliches Wesen und ihre hohe Fruchtbarkeit. Ganz so eng mit den Zuchtmerkmalen sehen es Feise-Addicks und Luten aber nicht, denn sie machen hauptsächlich Gebrauchszucht. Es freue sie schon, wenn das Schaf eine tolle Auszeichnung bekomme, aber wenn nicht, dann sei das ebenso. „Ob das Tier schwarze oder weiße Beine hat, ist beispielsweise beim Schlachter ganz egal“, sagt Luten. Die Wolle der Schafe zu verkaufen, lohnt sich nicht. Darum wird das Fleisch der Tiere verkauft. „Bei den vielen Muslimen, besonders hier in der Wesermarsch ist der Absatz kein Problem.“ Einige Schlachtbetriebe hätten sich auch inzwischen auf das Halal-Schlachten spezialisiert. Die Bocklämmer werden entsprechend geschlachtet, wenn sie ein Gewicht von 45 Kilo erreicht haben. Ihre eigenen Schafe haben Feise-Addicks und Luten übrigens noch nicht gegessen.

Doch Zwartbles-Schafe sind nicht die einzigen tierischen Bewohner auf dem Bauernhof der beiden Landwirte. Einen Alt-Oldenburger Hengst, ein Welsh-Pony, Hühner und eine Schäferhündin leben auf dem Hof. Eines wissen Alke Feise-Addicks und Gerard Luten genau: Ein Leben ohne Zwartbles-Schafe? Unvorstellbar.

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