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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Senator Zack-zack“ meldet sich weiter zu Wort

03.06.2011

BREMEN Zack-zack! Diese Worte dürfen nicht fehlen, wenn es um Josef Hattig geht. Um auch hier keine Zeit zu vergeuden, sei es gleich verraten: Hattig, weit über Bremens Grenzen hinaus prägender Charakter in Wirtschaft und Politik, feiert an diesem Freitag seinen 80. Geburtstag.

„Senator Zack-zack.“ So wurde er genannt, nachdem er von der Wirtschaft in die Politik gewechselt war. Hattig hat‘s gern schnell, klar und direkt. Aber dabei nicht unüberlegt, sondern präzise.

25 Jahre, von 1972 bis 1997, war er Brauerei-Boss gewesen. Und von 1997 bis 2003 war Hattig als CDU-Politiker Senator für Wirtschaft und Häfen. Nach seinem Wechsel von der Wirtschaft in die Politik mussten sich beide Seiten zunächst einmal aneinander gewöhnen. Das „Zack-zack“ war ein so neues wie belebendes Element in der bremischen Politik. Auch, wenn Hattig selbst das „Zack-zack“ bald nicht mehr hören konnte.

Sein großes politisches Projekt in dieser Zeit war die Konzeption des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven, den Bremen schließlich gemeinsam mit Niedersachsen auf den Weg brachte. Gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel stellte er die maßgeblichen politischen Weichen für den Tiefwasserhafen.

Das Ungewöhnliche übrigens ist ein prägendes Element in seinem Leben. Am 3. Juni 1931 in Dortmund geboren, wurde er nicht etwa Borussia-Anhänger, sondern leidenschaftlicher – und engagierter – Werder-Fan. Der Arbeitersohn Hattig lernte Industriekaufmann. Auf dem zweiten Bildungsweg machte er sein Abitur, danach studierte er Rechts- und Staatswissenschaften. Der Jurist ging in die Privatwirtschaft, in die Getränkeindustrie, und die führte ihn nach Bremen.

Hier machte er Beck‘s zur Weltmarke – und verankerte das Bremer Bier zugleich so fest im heimatlichen Markt, dass die Marke praktisch nicht untergehen kann. Die Zusammenführung von Beck & Co. und Haake-Beck, eine radikal emotionalisierte Bierwerbung, die „Alexander von Humboldt“ mit den grünen Segeln – all das und vieles mehr fällt in die Ära Hattig, die ja ein Vierteljahrhundert währte.

„Was Steve Jobs heute für Apple ist, war damals Josef Hattig für Beck‘s“, schreibt Roland Berger, auf dessen Vorschlag Hattig zu Beck‘s gelangt war, in einer Festschrift zum 80. Geburtstag des Marken-Machers, der in den Augen vieler selbst eine Marke ist.

Und während er Grün zur Markenfarbe des Bremer Biers gemacht hat, leistete er auch bei einem Unternehmen mit der Markenfarbe Gelb Außergewöhnliches. Von 1996 bis 2006 war er Aufsichtsratschef der Deutschen Post. Er begleitete die frühere Behörde auf dem Weg in die weite Welt der freien Wirtschaft, auf dem Weg zum Logistikkonzern. Eng arbeitete er dabei mit Konzernchef Klaus Zumwinkel zusammen. Als Hattig ging, schrieb das „Handelsblatt“: „Zumwinkels Schutzwall geht“.

Der Logistik blieb Hattig, von 1992 bis 1997 Präses der Handelskammer, treu. Seit 1999 ist er Aufsichtsratsvorsitzender der BLG Logistics Group – und dürfte damit heute der älteste Aufsichtsratschef eines großen deutschen Konzerns sein. Auch verschiedene Ehrenämter, etwa als Kurator des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, übt der Vater zweier Kinder weiter aus.

Und die Politik, in die er einst im Grunde auf Drängen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl gewechselt war? In der Bürgerschaft fehlen seine so differenzierten wie geschliffenen Beiträge. Doch seine Beiträge zur Politik sind nach wie vor vonnöten. Während die CDU nach ihrer Wahlniederlage in Streit und Spaltung zu versinken droht, hat sich Hattig nun in die Diskussion eingeschaltet.

„Wo steht geschrieben, dass mit 65 Schluss sein muss?“, fragte er unlängst bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Arbeitsmarkt in die Runde. Klar und direkt, so hat es Hattig gern, eben „Zack-zack“.

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