Was bei den Schweinen die Maul- und Klauenseuche ist, ist für die Bienen die amerikanische Faulbrut. Und immer wenn diese auftaucht ist Johann Hinderks, Bienensachverständiger der Landkreise Cloppenburg und Leer, besonders gefragt. „Wenn die Krankheit ausbricht, gilt Seuchengefahr. Dann müssen alle Bienenstöcke im Umkreis von drei Kilometern kontrolliert werden“, erklärt der Elisabethfehner.
Seit zehn Jahren schon kümmert sich der 68-Jährige im Auftrag der Landkreise um das Wohlergehen der Bienenvölker. Seuchen seien dabei keine Seltenheit. So befielen die Faulbrutsporen im vergangenen Jahr die Bienenstöcke im Stadtgebiet Friesoythe und dieses Jahr im Großraum Westerstede. Aber auch mit anderen Krankheiten wie Ruhr, Nosema oder Varroa hat der Sachverständige zu tun.
Bei jeder Wanderung eines Bienenvolkes und bei den jährlichen Kontrollen der Bienenstöcke nimmt der Hobby-Imker Proben vom Futterkranz im Bienenstock. „Ist der Seuchenbefund positiv, müssen die Völker saniert werden“, erklärt der Hobby-Imker. Das heißt, sie werden entweder unter Hinderks‘ Aufsicht abgeschwefelt oder kommen für zwei Tage in einen dunklen Sperrholzkasten, wodurch die Krankheitssporen absterben.
Dem Mitglied der Imkervereine Barßel sowie Rhauderfehn und Umgebung macht die Arbeit Spaß. „Es ist schön, mit den Imkern zu fachsimpeln und Erfahrungen auszutauschen“, sagt Hinderks, der selbst seit 20 Jahren passionierter Imker ist. Zu seinen fleißigen Arbeiterinnen hat er dabei ein besonderes Verhältnis. „Als ich damit angefangen bin, hatte ich starke Rückenprobleme“, erzählt Hinderks. „Durch das Bienengift bin ich heute aber schmerzfrei.“olk
Johann HinderksBienen-Fachmann
