Hiddigwardermoor - Seit mehr als drei Jahrzehnten werden in Hiddigwardermoor Fjordpferde gezüchtet. Doch Besucher, die nach Kaffee und Kuchen zu einer Hofführung und einer Kutschfahrt entlang der Ländereien eingeladen waren, gab es bisher noch nicht. „Das haben sich wieder die Männer ausgedacht und wir haben die Arbeit“, sagte Gastgeberin Karin Ostermann mit einem Lächeln, als sie rund 40 Mitglieder des Berner Bürger- und Heimatvereins mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen willkommen hieß.

„Das ist ja das reinste Kutschenmuseum hier“, staunten die Gäste anschließend über die vielen unterschiedlichen Gefährte, die Schwiegertochter Louise Ostermann beim Rundgang über den Hof erläuterte. Römische Kampfwagen, prunkvolle Kutschen für feierliche Anlässe aller Art bis zu verschiedenen kippsicheren Lehrwagen, mit denen ihr Mann Stefan für den Kutschenschein Mensch und Pferd trainiert, gab es zu bestaunen, bevor es weiter in den Stall ging.

So gemächlich die Fjordpferde auch erscheinen mögen – ein Zusammenkommen sollte vermieden werden, denn da geht es hoch her. Für die typische, hochstehende Mähne der Fjordpferde sorgt der regelmäßige Schnitt, sagte Ostermann.

Im kommenden Jahr werden fünf Fohlen erwartet. Wenn sie nach vier Jahren fertig ausgebildet den Hof verlassen, fällt das allen jedes Mal sehr schwer, gestand Louise Ostermann, die nichts mit Pferden zu tun hatte, bevor sie vor sechs Jahren auf den Hof kam. Man stecke eben viel Herzblut, Zeit und Geld in dieses Hobby und hänge sehr an den Tieren, betonte sie.

Immerhin 100 Ballen Heu verspeisen die 20 Tiere pro Jahr; außerdem muss es Stroh für sie geben und es fallen „jede Menge Tierarztkosten“ an. Mit Kutsch- oder Hochzeitsfahrten, der Zucht und der Ausbildung, die der bereits auf vielen Turnieren erfolgreiche Stefan Ostermann nebenberuflich übernimmt, werde alles finanziert.


Schwiegervater Gerd Ostermann schlüpfte derweil in die Rolle des Kutschers, der die Besucher im Zweispänner entlang der Ländereien chauffierte, auf denen ein Großteil des Futters wächst.

Wie gut er das Kutschfahren beherrscht, bewies Stefan Ostermann zum krönenden Abschluss – mit einem geschickt über einen Parcours gelenkten Vierspänner.

Die Mitglieder des Bürgervereins ließen ihre Radtour im Anschluss gesellig beim Grillen am Dorfgemeinschaftshaus ausklingen.