Hannover/Salzgitter - Trotz eines ersten Angebots der Metall-Arbeitgeber im Südwesten rüstet sich die Gewerkschaft IG Metall für Warnstreiks in Niedersachsen. Der Verband Südwestmetall legte am Montag in Ludwigsburg bei Stuttgart ein Angebot von 2,2 Prozent mehr Lohn vor. „Es ist davon auszugehen, dass die Arbeitgeber in Niedersachsen das gleiche Angebot wie in Baden-Württemberg vorlegen“, sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. Sollte das der Fall sein, seien Warnstreiks „programmiert“. Warnstreiks wären nach Ablauf der Friedenspflicht an diesem Mittwoch um Mitternacht möglich.

Die IG Metall verlangt für die Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Lohn sowie Zugeständnisse bei den Themen Alters- und Bildungsteilzeit. Ein Sprecher der Gewerkschaft betonte, zur Altersteilzeit habe es nur vage Äußerungen gegeben. Eine Verschlechterung werde die Gewerkschaft „auf keinen Fall hinnehmen“.

Der Vorschlag von Südwestmetall sieht eine Erhöhung nach zwei Nullmonaten ab 1. März vor. Das Gesamtplus für das Kalenderjahr beziffern die Arbeitgeber auf 2,53 Prozent, weil die Laufzeit des neuen Tarifvertrages am 31. Dezember 2015 enden soll und noch zurückliegende Tariferhöhungen in das laufende Jahr hineinwirken.

Die Zugänge zur Altersteilzeit will Südwestmetall beschneiden: Statt wie bisher vier Prozent sollen künftig nur noch zwei Prozent der Belegschaft einen tariflichen Anspruch auf einen vorgezogenen Ruhestand haben. Darunter sollen solche Arbeitnehmer fallen, die über Jahre im Schicht-Betrieb tätig waren.

Von den drohenden Warnstreiks in Niedersachsen sollen neben Bosch und MAN auch die Betriebe Alstom, SMAG, Funkwerk, Meyer, die Peiner Umformtechnik, Voith, Magna und Stoll betroffen sein. Die Warnstreiks starten demnach Donnerstagfrüh um 0.01 Uhr bei Bosch, wo die Nachtschicht ihre Arbeit für eine Kundgebung am Werkstor niederlegen soll.


Allein im Tarifbezirk Niedersachsen geht es um 75 000 Beschäftigte, Zehntausende weitere kommen in den Tarifregionen Osnabrück/Emsland und Küste hinzu. Es wird erwartet, dass - wie meist in der Vergangenheit - ein Pilotabschluss in Süddeutschland den Tarifkonflikt in der Schlüsselbranche beilegt.