Barßel/Elisabethfehn - Bei einer Schließung des Elisabethfehnkanals droht der Boots- und Yacht-Werft der Familie Siemer an der Schleusenstraße in Elisabethfehn das „Aus“ an diesem Standort. Das bestätigte am Montag Alexander Siemer, Junior-Chef der Werft, anlässlich eines Besuchs des SPD-Politikers Olaf Lies. Er ist bei der Landtagswahl im Januar 2013 im Schattenkabinett von Stephan Weil (SPD) für das Wirtschaftsressort vorgesehen.

Alexander Siemer sowie seine Eltern Elfie und Anton Siemer führten Lies durch den Betrieb, der sich mit seinen 13 Mitarbeitern auf den Bau von Yachten spezialisiert hat. Die Schließung des Kanals droht für den Fall, dass die marode Holzschleuse in Osterhausen – wie berichtet – nicht durch einen Neubau ersetzt werden sollte.

Siemer stellt Boote für den privaten Bedarf und für die Wasserschutzpolizei verschiedener Bundesländer her. Nach Angaben von Alexander Siemer würde eine Schließung des Kanals auch das Ende der Winter-Einlagerung von Booten in Elisabethfehn bedeuten. Aktuell hat die Firma 134 Schiffe für die Wintermonate in ihren Hallen stehen. Die meisten Boote können wegen ihrer Größe nicht über die Straßen transportiert werden, sondern werden zu Siemer über den Elisabethfehnkanal gebracht.

Olaf Lies kündigte am Montag in Elisabethfehn an, sich beim Bundesverkehrsministerium für den Neubau der Schleuse in Osterhausen zu verwenden. Er werde sich deswegen schriftlich an den Verkehrsminister wenden. Der Bund dürfe die touristische und die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals nicht ignorieren. Lies kündigte an, sich auch gegen die Herabstufung des Küstenkanals einzusetzen. Die SPD werde als Opposition mehr Druck in Berlin aufbauen, sagte Lies in Elisabethfehn.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter kritisierte ein Gutachten des Bundes. Danach werde der Wassertourismus nur noch in den neuen Bundesländern gefördert.