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Partnerschaft Silberhochzeit ist erst der Anfang

Rodenkirchen - An den silbernen Kerzenleuchtern hingen deutsche und französische Schleifenbänder: Es war ein durch und durch festlicher Rahmen, in dem die 25-jährige Partnerschaft zwischen der Gemeinde Stadland und dem französischen Gemeindeverbund Petit Caux am Sonnabend in der Rodenkircher Markthalle gefeiert wurde.

Viele Geschenke wurden ausgetauscht, und auch für die Jüngsten gab es einen Fotobecher zur Erinnerung. Harry Opel, Vorsitzender des Komitees Niedersachsen-Normandie überreichte den beiden Vorsitzenden Petra Leifert und Christian Bellêttre einen Wimpel. „Als Fremde kamen wir, als Freunde gingen wir“, fasste er zusammen und dankte allen, die die zurückliegenden Jahren mit Leben und Ideen gefüllt haben.

Als Moderator führte Jürgen Janssen durch das lange Festprogramm, zu dem nicht nur ein Menü mit Suppe, Salatbar, Ochsenbuffet und Nachtisch gehörte, sondern auch eine große Anzahl an Redebeiträgen. Die Ansprachen wurden abwechselnd auf Deutsch und Französisch übersetzt, was Christian Köppen und Edith Zurhold-Duvieuxbourg als Vorstandsmitglieder des Freundeskreises Petit Caux gerne übernahmen.

Kurze Verlobungszeit

Der Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees, Christian Bellêttre, verglich die Jubiläumsfeier mit einer Silbernen Hochzeit. Die Verlobungszeit sei kurz gewesen, und alle hätten die Kinder 25 Jahre gut umsorgt. „Das Ehepaar verträgt sich noch immer sehr gut“, scherzte er und fügte an: „Warum sollten wir uns scheiden lassen?“ Man sei vielmehr verpflichtet, den Staffelstab an die kommenden Generationen zu übergeben.

Die Partnerschaft sei geprägt von einem Geben und Nehmen, sagte Petra Leifert, Vorsitzende des Stadlander Freundeskreises Petit Caux. So habe man beispielsweise Schwäne nach Frankreich exportiert und im Gegenzug regelmäßig Mistelzweige aus Frankreich bekommen. Vor einigen Jahren wurde ein Modell der Seefelder Mühle nach Frankreich transportiert, und eine historische Apfelsaftpresse aus Petit Caux kam zurück. Beim Schüleraustausch habe sich oft die gute Zusammenarbeit zwischen den Freundeskreismitgliedern sowie den Lehrern, Eltern und Schülern gezeigt. Auch gemeinsame Ausflüge und Kulturveranstaltungen seien verbindend gewesen. Petra Leifert verglich die vielen Verbindungsstränge mit einer stabilen Leinenfaser, die für ihre lange Haltbarkeit, Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit bekannt sei. „So sehe ich die Beziehungen zwischen den Menschen in Stadland und Petit Caux heute auch“, freute sie sich.

„Wenn wir heute miteinander leben, wie es noch nie zuvor möglich war, dann haben die Städtepartnerschaften daran einen großen Anteil“, betonte Stadlands Bürgermeister Klaus Rübesamen. Städtepartnerschaftliche Begegnungen stünden für ein Eintauchen in die jeweilige Gesellschaft, aufgebaut auf Kontinuität. Die Mission laute, durch Begegnung das Verstehen und die Toleranz gegenüber Fremden zu ermöglichen. Das verlässliche Netz der interkulturellen Kompetenzen schaffe eine Basis, auf der Schüler, Lehrlinge und Betriebe den Fremdsprachenaustausch und Berufspraktika organisieren und auf der vor allem junge Menschen wichtige Kernfähigkeiten erlangen könnten. Die Partnerschaften bräuchten als Bezugsrahmen die Unterstützung durch die Kommunalpolitik, aber auch viel bürgerliches Engagement.

Glücksmomente

Sein Amtskollege aus Frankreich, Patrick Martin, sprach von einer aufrichtigen Freundschaft, die weit über das Förmliche hinausgehe und viel mehr als eine offizielle Partnerschaft sei. „Die Treffen sind Glücksmomente auf Gegenseitigkeit“, sagte er und dankte auch den Gründern der Freundeskreise. Mit Blick nach vorne sah er die Verantwortung, das Erbe weiterzugeben: „25 Jahre sind kein Ende, sondern der Beginn einer noch reicheren Zukunft mit noch mehr Freundschaft“, sagte Patrick Martin.

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