SILLENSTEDE - Die Wiesen werden gemäht, Biotope angelegt und Türen frisch gestrichen – alles für diesen einen Tag. Am Sonntag, 22. Juni, wird der Bauernhof der Familie Neunaber für alle Gäste seine Tore öffnen.
Heiko Neunaber (40) hat den zwischen Waddewarden und Sillenstede gelegenen elterlichen Betrieb an der Mühlenreihe 5 schon mit 21 Jahren übernommen. Seitdem wurde der Hof ständig auf den neuesten technischen Stand gebracht. Auch der Stall wurde dem Zuwachs an Kühen angepasst.
Vor zwei Jahren fragte das Landvolk zum ersten Mal bei dem Milchviehbetrieb nach einer Teilnahme am Tag des offenen Hofes. Anfängliche Skepsis haben die Neunabers im Januar über Bord geworfen. „Jetzt sagen wir einfach Ja“, entschieden Heiko und Angela Neunaber vor ein paar Monaten. Doch dann kamen die ersten Fragen auf: Machen unsere Tiere bei den Aktionen überhaupt mit? Und was werden wir den Gästen überhaupt bieten können?
Anfangs hatten sie auch noch keine Vorstellung davon, wie viele Menschen sie unterstützen würden. Das wurde ihnen erst bei einer Sitzung im März klar. Dort trafen sie auf mehr als 50 Personen, die sich an der Veranstaltung beteiligen und helfen wollen.
„Alle wollen mit anpacken“, sagt Angela Neunaber. Die Leute aus der Nachbarschaft, vom Landvolk und der Jägerschaft seien so motiviert gewesen, dass schnell ein Konzept zusammengestellt war. Durch die Mitarbeit der verschiedenen Verbände und der Nachbarn wurde aus den Vorbereitungen ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Aber hinter der Veranstaltung steckt auch sehr viel Arbeit.
Der Stall werde immer sehr sauber gehalten. Doch zum Hoftag soll alles blitzblank sein. „Mit dem Hochdruckreiniger haben mein Schwiegervater und ich viele Stunden im Stall verbracht“, erzählt Angela Neunaber.
Maler- und Aufräumarbeiten erledige die Familie mit nachbarschaftlicher Hilfe. „Neulich kam unser Nachbar herüber und wollte unseren Güllewagen abholen, um ihn zu reinigen“, berichtet Angela Neunaber. Nur die Maschinenhalle, in der am Sonntag der Gottesdienst und die Landfrauen-Cafeteria stattfinden wird, wurde professionell gepflastert.
Viel Zeit und Kraft wurden in die Umsetzung der Pläne gesteckt. Und das zu Zeiten des Milchstreiks, an dem der Betrieb teilgenommen hat. „Jetzt können die Bauern endlich mal Urlaub machen“ – den Spruch musste sich Heiko Neunaber damals anhören. Deshalb setzt er am Tag des offenen Hofes auch auf Aufklärung: „Wir haben ein großes Schaumelken angesagt, damit die Menschen mal sehen, was ein Landwirt so alles zu tun hat.“
Wegen der Vorbereitungen zum „Tag des offen Hofes“, an dem sich niedersachsenweit etwa 80 Betriebe beteiligen, bleibt für anderes kaum Zeit: „Die Fußball-EM zieht total an mir vorbei“, bedauert Heiko Neunaber. Und seine Frau Angela habe für die letzten Wochen eine „strenge Ausgangssperre“ auferlegt bekommen, sagt er mit einem Augenzwinkern. Alles andere als die Veranstaltung am Sonntag sei zur Nebensache geworden.
Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt für Erwachsene einen Euro. Dafür gibt es einen Gutschein für ein Milchgetränk und die Teilnahme an der Tombola. Für Kinder ist der Eintritt frei.
Angela, Heiko und ihre beiden Söhne Janek (15 ) und Lukas (13) freuen sich an diesem Sonntag über jeden Gast auf dem Hof, der ihre mit viel Enthusiasmus und Herzblut organisierte Veranstaltung besucht.
DEr Betrieb und das Programm zum Tag des offenen Hofes
