Das ist eine gute Sache! Aber: Wie viele Handwerksbetriebe gibt es denn in Wildeshausen, die ausbilden (möchten)? Da halte ich die Formulierung „allein sechs Betriebe beteiligen sich in der Stadt Wildeshausen ...“ doch für allzu positiv. Wer sind denn die sechs Betriebe? Es sind immer dieselben, die sich bei allen Gelegenheiten über die verbreiteten Schulpraktika hinaus bemühen, Kontakt zu Schülern zu bekommen, ob sie seinerzeit bei den Ausbildungsplatzbörsen von ZWAIG dabei waren, oder ob sie sich für Betriebsbesuche im ZWAIG-Angebot öffnen. Einige wenige darüber hinaus sind Partner einer Schule. Bei jeder Börse hat ZWAIG sich Absagen eingefangen. (...)
Sind die Berufe im Handwerk bei Schülerinnen und Schülern, deren Eltern und den Lehrkräften so bekannt, dass man sie nicht vorzustellen braucht?
Eine Mutter sagte unlängst bei einer Elternversammlung: „Mein Sohn soll nicht ins Handwerk, das ist zu schwer!“ Wie bitte??
In derselben NWZ -Ausgabe stellt Jürgen Lehmann, Arbeitgeberverband-Chef in Oldenburg, (...) völlig richtig fest: „... Zu viele Jugendliche sind mit der Berufswahl überfordert. Sie konzentrieren sich auf wenige Hauptberufe wie Verkäuferin oder Kfz-Mechatroniker....“
Wer, wenn nicht die Betriebe selber können diese Einengung auf wenige Berufe aufbrechen. Oder sind sie immer mit den Bewerbern zufrieden, die sich bei ihnen melden? Warum muss man sich dann immer wieder anhören „Ich kriege keine Azubis, und die, die sich melden, kann ich nicht brauchen“?
