Westerstede - Über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Beispiel des Bundeswehrkrankenhauses Westerstede sprach jetzt CDU-Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann mit Chefarzt Dr. Knut Reuter, der Gleichstellungsbeauftragten für den zivilen Bereich, Stephanie Krüger, ihrer Stellvertreterin Ingmar Böer sowie Sandra Schindler, Gleichstellungsvertrauensfrau für den militärischen Bereich.
„Was die Kinderbetreuung angeht, sind wir inzwischen relativ gut aufgestellt“, betonte Krüger und verwies auf die Versorgung in der Kita Jahnallee, wo die Bundeswehr zwischenzeitlich die Belegungsrechte auf jetzt 20 Plätze aufgestockt habe. Mit zwölf Plätzen sei man nicht ausgekommen. Mit den Betreuungszeiten von 6 bis 22 Uhr und bei Bedarf auch am Wochenende werde man den Bedürfnissen der Arbeitnehmer im Schichtdienst gerecht, so Krüger.
Schulpflichtige Kinder
Flexibel reagiert werde auch auf Versetzungen mitten im Kindergartenjahr. Einen erhöhten Bedarf sah die Gleichstellungsbeauftragte allerdings bei der Betreuung von schulpflichtigen Kindern und nannte die Stichworte Ganztagsschule und Ferienbetreuung.
Probleme sah Vertrauensfrau Schindler insbesondere in Fällen, in denen beide Ehepartner Soldaten sind. Nicht nur während der Ausbildung, sondern auch um Karrierechancen wahrzunehmen, seien Standortwechsel unumgänglich. „Gerade wenn Kinder da sind, muss ein Ehepartner zurückstecken. Wenn einer am anderen Standort oder im Ausland ist, dann ist man quasi alleinerziehend.“ Trotzdem gehörten solche Verwendungen dazu. Zurzeit sind rund zehn Soldaten im Einsatz – von Afghanistan bis Mali. „Auch wenn es nicht einfach ist, vier Monate von Familie und Kind getrennt zu sein, sollte man diese Erfahrung machen“, weiß sie von ihrem eigenen Afghanistan-Aufenthalt.
Die Situation vor Ort im Haus zu verbessern, ist Chefarzt Reuter ein Anliegen. „Wir versuchen, flexibel zu sein und auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter einzugehen. Deshalb gibt es beispielsweise auch zahlreiche Einzeldienstvereinbarungen, um auch die Arbeitszeiten familienorientiert zu gestalten“, nannte er ein Beispiel.
Zertifizierung angestrebt
„Wir haben im Haus eine sehr gute soziale Vernetzung.“ Es werde auf Familien Rücksicht genommen, nicht nur bei den Arbeitszeiten, sondern auch bei anstehenden Auslandseinsätzen. Im Gespräch sei nun, eine Zertifizierung als familienfreundlicher Betrieb anzustreben. „So sehen wir, welche Qualitätsmerkmale wir haben und was noch zu tun ist.“
Wie die Bundestagsabgeordnete unterstrich, habe sie aus dem Gespräch viele Anregungen mitgenommen. „Die Bundeswehr ist ein wichtiger Arbeitgeber. Das ist ein Thema, um das ich mich kümmern will.“
