Garrel - Der südliche Teil des Windparks an der Thüler Straße wird zunächst nicht weiterverfolgt. Erst müssen die Ergebnisse der laufenden Vogelkartierung in einem Radius von zehn Kilometern rund um die Thülsfelder Talsperre, die noch bis zum März des kommenden Jahres dauert, abgewartet werden.
Grund: Das Gebiet südlich der Thüler Straße liegt in der Nähe eines Schlafplatzes für Singschwäne und sei deshalb ohne weitere Untersuchungen „nicht genehmigungsfähig“, so der Landkreis in einer Stellungnahme. Darüber informierte am Montag in der Sitzung des Planungsausschusses das Planungsbüro Diekmann und Mosebach (Rastede). Von den geplanten zwölf Anlagen werden drei zunächst nicht weiter verfolgt.
Der Planungsausschuss gab bei sieben Ja- zu drei Nein-Stimmen – Jürgen Tabeling (CDG), Paul Drees (SPD), Clemens Wulfers (CDU) – grünes Licht für die weiteren Bauleitplanungen. Theo Kettmann (FDP) erklärte sich für befangen und nahm an der Abstimmung nicht teil.
Vier Anlagen kleiner
In der Begründung für den Standort des Windparks an der Thüler Straße mussten die Planer nachbessern: Da eh schon Windenergieanlagen im nördlichen Bereich der Gemeinde stehen, soll dort Windenergie konzentriert werden. Die neun Anlagen haben eine Höhe von bis zu 200 Metern. Vier Anlagen jedoch werden höchstens 187 Meter hoch. Grund dafür nach Auskunft der Planer: Der Abstand zur Wohnbebauung soll mindestens das Dreifache der Höhe der Anlage betragen, um eine „optisch bedrängenden Wirkung“ zu vermeiden.
Sollte der südliche Teil des Windparks mit Vorliegen der Kartierungsergebnisse ab März weiterverfolgt werden, müsste wohl eine Anlage zum Schutz von Fledermäusen zu bestimmten Zeiten abgeschaltet werden. Die Anlagen im Norden sind nicht betroffen. Abgeschaltet werden die Anlagen im Norden auch, falls es zu vermehrtem Schattenwurf – mehr als 30 Minuten am Tag oder 30 Stunden pro Jahr – kommt.
Weitere Untersuchungen sind für das Lärmschutzgutachten notwendig. So soll geprüft werden, wie laut die Gewerbebetriebe in dem Gebiet sind. Das könnte dazu führen, dass bestimmte Anlagen zu Nachtzeiten nur reduziert laufen beziehungsweise ganz abgeschaltet werden müssen.
Aufwendige Prüfung
Im Zuge der Sitzung gaben die Planer auch Details zur derzeit laufenden Vogelkartierung rund um die Thülsfelder Talsperre – ein Gewässer von internationaler Bedeutung für Sing- und Zwergschwäne – bekannt. Zu Spitzenzeiten bis zu acht Biologen seien damit befasst, die Rast- und Futterstellen sowie die Flugbewegungen der Vögel zu dokumentieren. Dieser enorme Aufwand sei „ein Novum“, befand Diplom-Ingenieur Bert Diekmann vom Planungsbüro. „So etwas hat es hier noch nicht gegeben.“
