München - An seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand hat sich Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn (68) am Donnerstag noch einmal zu Wort gemeldet. Der Wirtschaftsprofessor sprach sich gegen die Abschaffung der 500-Euro-Scheine, gegen eine Obergrenze für Barzahlungen und gegen Negativzinsen aus.
„Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Banken die Möglichkeit nehmen, Bargeld zu horten, um sie zu zwingen, negative Einlagenzinsen zu zahlen. Gelingt das, werden Sparer vermutlich auch auf ihre Einlagen irgendwann Strafzinsen zahlen“, sagte Sinn in München.
Mit Abschaffung des 500-Euro-Scheins werde es für die Banken teurer, Geldscheine zu horten. Damit könne die EZB höhere Negativzinsen für eingelagertes Bargeld kassieren. „Wenn dadurch das gesamte Zinsspektrum entsprechend nach unten rutscht, verliert Deutschland, der zweitgrößte Gläubiger der Welt, jährlich weitere acht Milliarden Euro Einnahmen“, warnte er.
Nach mehr als 17 Jahren an der Spitze des Instituts für Wirtschaftsforschung ging der streitbare Professor am Donnerstagabend in den Ruhestand. Der Wirtschaftsprofessor Clemens Fuest tritt an diesem Freitag die Nachfolge von Sinn als Ifo-Präsident an. Er war bislang Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW/Mannheim).
