Burbach/Oldenburg/Cloppenburg - Die Stadt Oldenburg hat als Reaktion auf die Misshandlung von Asylsuchenden in Nordrhein-Westfalen eine Überprüfung ihrer drei Flüchtlingsunterkünfte angekündigt. Die Unterkünfte werden von European Homecare (EHC) betrieben – demselben privaten Unternehmen, das auch die Heime in Burbach und Essen betreibt, in denen Flüchtlinge vom Sicherheitspersonal gedemütigt und misshandelt wurden. Wie dort hat EHC auch in Oldenburg die Wachdienste an die Firma SKI vergeben.

In Oldenburg gebe es aber keine Verdachtsmomente für Übergriffe, teilte die Stadt mit. EHC berichte regelmäßig über die Situation in den drei Unterkünften, Vertreter der Stadt seien regelmäßig persönlich vor Ort.

Angesichts der Vorfälle in NRW will die Stadt eine außerordentliche Revision in den Einrichtungen durchführen – und behält sich Vertragsänderungen gegenüber EHC vor.

In Nordrhein-Westfalen wurden derweil neue Vorwürfe laut. Auch in einem Flüchtlingsheim in Bad Berleburg im Siegerland sollen Asylsuchende vom Wachpersonal geschlagen worden sein. „Ich bin fassungslos, dass so etwas passieren kann, und ich schäme mich dafür“, sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Innenminister Ralf Jäger (SPD) kündigte an, mehr Personal für die Überwachung der Standards in Flüchtlingsheimen einzustellen. Die Bundesregierung forderte eine rasche Aufklärung der Vorwürfe.

Anders als bei den betroffenen Heimen in NRW sind in Niedersachsen die Kommunen für die Unterkünfte für Asylbewerber zuständig. Auch sie lagern den Betrieb der Heime oft aus – im Landkreis Cloppenburg etwa betreibt die katholische Caritas-Organisation mehrere Einrichtungen.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland