Cloppenburg - Es riecht leicht nach Urin. Vor allem wenn die Sonne auf das neue Trafohäuschen auf dem Gelände des Skaterparks am Busbahnhof im Herzen der Stadt Cloppenburg scheint, ist der Geruch auszumachen. Doch der Urin ist das kleinere Übel. „Es gibt auch Kotecken“, kritisiert Sandra Heiden. Menschlicher Kot.
Die Vorsitzende des Vereins für Kinder und Jugendliche in Cloppenburg weiß: Immer wieder nutzen Grüppchen von Erwachsenen, die sich am ZOB treffen, um gemeinsam zu trinken, die Anlage als öffentliche Toilette. Ein Punkt, den der Verein und die Jugendlichen, die den Skaterpark nutzen, immer wieder gemeinsam angeprangert haben. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Interessen junger Cloppenburger zu vertreten und sie anzuleiten, sich für die eigenen Belange stark zu machen – so auch in Sachen Skaterpark.
Im Mai 2014 war das unerlaubte „Wildpinkeln“ schon einmal Thema. Damals schaute Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) nebst einiger Stadtvertreter vorbei, um mit den Jugendlichen über die Anlage zu sprechen. Eine Problemlösung für diese „Fremdnutzung“ konnte Wiese damals nicht versprechen, aber er stellte Unterstützung für dringend notwendige Sanierungen an der Anlage in Aussicht. Versprechen, die gehalten wurden, so Heiden im Gespräch mit der NWZ. Notwendige Reparaturen wurden erledigt und das Trafohäuschen durfte als eine Art Lager aufgestellt werden.
Auch ein von Wiese initiierte Arbeitskreis gründete sich. Viele Jugendliche arbeiteten mit, um die Zukunft der Anlage mitzugestalten. Doch die ausgearbeiteten Ideen nebst einer vorgesehenen Sponsorensuche sind wegen der geplanten Umsiedlung der Anlage gestoppt worden. Der Ausschuss für Familie, Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Markt hatte am 12. Februar beschlossen, Rat und Verwaltungsausschuss zu empfehlen, für den Bau eines Freizeit- und Sportparks für alle Generationen im Stadion an der Friesoyther Straße zu votieren. In diesen Mehrgenerationenpark soll die Skateranlage integriert werden.
Die Jugendlichen ärgern sich über den Umzug, aber auch über die aus ihrer Sicht vertane Arbeit und viel zu späte Information über den Umzug. Heiden kritisiert, dass nun nicht mehr groß in die alte Anlage investiert und nur noch das Nötigste erledigt wird. Die Jugendlichen seien „total frustriert“. Heiden hofft, dass die etwa Zehn- bis 23-Jährigen in die weiteren Planungen mit einbezogen werden und ihr Engagement Berücksichtigung findet. Die Jugendlichen bräuchten Planungssicherheit.
Einzig eine Aussicht tröstet wohl alle Beteiligten: Urinverunreinigungen rund um das Trafohäuschen wird es auf der neuen Anlage im Stadion wohl nicht geben.
