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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Smartphone als Einkaufsbegleiter

18.04.2015

Oldenburg Virtuelle Regale, Geschäfte nach Feng-Shui-Konzept, Facebook-Commerce, aber auch die Renaissance des Dorfladens: Angetrieben vom Internet hat sich das Einkaufen in den vergangenen Jahren grundlegend verändert und wird sich weiter wandeln. Einen Überblick, wie Menschen in Zukunft einkaufen und welche Möglichkeiten sich für den regionalen Handel bieten können, gab jetzt Prof. Dr. Stephan Kull, Marketing-Experte des Fachbereichs Wirtschaft an der Jade-Hochschule, zum Auftakt einer Reihe der Oldenburgischen IHK zum Thema „Online besser verkaufen“.

„Online hat in den vergangenen Jahren die Einkaufswelt erobert“, sagte Kull. „Online wird aber keinesfalls den stationären Handel verdrängen“, gab sich der Wissenschaftler überzeugt und verwies auf Prognosen, wonach der Umsatzanteil des Online-Handels am Einzelhandel von aktuell 8 bis 10 Prozent bis 2025 auf etwa 20 Prozent steigen werde.

Um selbst an dieser dynamischen Entwicklung des Online-Handels partizipieren zu können, müsse man zunächst aber überhaupt einmal „verstehen“, wie die Online-Welt funktioniert, so Kull. Die Zahl der Menschen, die das mobile Internet wie selbstverständlich nutzt und ständig und überall online ist, wachse stetig. Eine Schlüsselrolle komme dem Smartphone zu, so Kull. Es werde als eine Art „digitales Schweizer Taschenmesser“ den gesamten Shoppingprozess begleiten – von der Beratung, über die Bestellung und die Bezahlung bis hin zur Bewertung.

„Auch ‚Offline‘ hat eine Zukunft“, sagt Kull. Dabei gehe der Trend gar nicht unbedingt in Richtung mehr Fläche. Vielmehr müsse es eher darum gehen, „intelligente Erlebnis-Flächen“ zu schaffen, das Einkaufserlebnis zu „inszenieren“ und mit Dingen zu punkten, die der Internet-Kauf so nicht bieten könne, angefangen bei der Begreifbarkeit oder dem Duft der Ware, über das persönliche Gespräch bis hin zur besonderen Einkaufsatmosphäre. „Der Wochenmarkt lässt sich nicht ins Netz verlegen“, sagte Kull.

Dabei könne man vielfach Offline- und Onlinewelt gar nicht mehr getrennt voneinander sehen. Die Vernetzung sei schon in vollem Gange, so Kull. Der Kunde wandle sich zum „Networking-Shopper“, der alle Medien, egal ob konventionell oder digital, zusammen zum Einkauf nutze. Und das beschränke sich keinesfalls nur auf den eigentlichen Kauf sondern betreffe auch die Beschaffung von Informationen oder der Kommunikation. Als ein Beispiel, das die Vorzüge beider Welten miteinander verbinde, nannte Kull das Projekt „Simply Local“, bei dem regionale Händler ihre Produkte auf einer gemeinsamen Online-Plattform präsentieren.

Das Internet ermögliche den Kunden eine stärkere Individualisierung und mehr Mitgestaltungskraft in Konsum. Zugleich bleibe der effektive Datenschutz gerade über den Einzug von Kundenprofilen ein brisantes Thema. „Die Währung im Internet sind Daten“, sagte Kull.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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