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Barrierefreiheit So lange wie möglich im eigenen Heim

Sonja Klanke

Ganderkesee - Im eigenen Zuhause alt werden - das ist der Wunsch der meisten Menschen. Doch im Alter verändern sich die Bedürfnisse an das Wohnen. Mit welchen Hilfsmitteln man so lange wie möglich in seinem Umfeld bleiben kann, wissen Erika und Uwe Lisson, Rüdiger Laudien, Jürgen Lüdtke und Hans-Joachim Brandt.

Gemeinsam ließen sie sich im vergangenen Jahr zu Wohnberatern ausbilden. An sechs Tagen besuchten sie einen Kursus im Kompetenzzentrum in Garrel. Dort steht ein barrierefreies Musterhaus, in dem die Berater ihre Einsätze in Rollenspielen probten.

Wie viele Fälle sie seitdem als Wohnberater betreut haben, lasse sich schwer in Zahlen ausdrücken, sagt Erika Lisson. „Konkret als Wohnberater wurden wir eher selten angefragt, aber wir waren auch in unseren anderen Funktionen als Wohnberater tätig“, erklärt sie. Die fünf Ehrenamtlichen sind alle Mitglied im Seniorenbeirat. Erika und Uwe Lisson engagieren sich darüber hinaus als Lotsen für pflegende Angehörige.

Keine Verpflichtung

Erika Lisson hat eine Vermutung, warum die Nachfrage bisher eher schleppend anläuft: „Es wissen einfach noch nicht viele, was wir genau machen. Vielleicht denken einige auch, dass sie sich zu etwas verpflichten.“ Doch: „Wir beraten nur, die Entscheidung, ob etwas gemacht werden soll, trifft der Besitzer“, betont ihr Mann Uwe Lisson. Die Hilfe der Wohnberater ist absolut kostenfrei.

Die Ehrenamtlichen kommen immer zu zweit. Sie besichtigen nur die Räume, in denen der Bewohner Bedarf sieht. Auch den Weg zum Haus nehmen die Wohnberater bei Bedarf unter die Lupe, erläutert Jürgen Lüdtke.


Die Bewohner müssen nicht unbedingt mit umfangreichen Baumaßnahmen rechnen. In vielen Fällen lasse sich der Alltag mit kostengünstigen Hilfsmitteln vereinfachen, erklären die Wohnberater und öffnen ihre „Wunderkiste“: Ausziehhilfen, Drehhilfen, Gehhilfen, Gurte, Greifzangen, Haltegriffe und etliches mehr kommt zum Vorschein.

In vielen Haushalten sei die größte Gefahr eine schlechte Beleuchtung, sagt Erika Lisson. „Ältere Menschen sind oft sehr sparsam und fallen dann nachts auf dem Weg zur Toilette“, erzählt die Seniorin. Das Problem lasse sich durch einen kostengünstigen Bewegungsmelder lösen, der aufleuchtet, wenn der Bewohner aus dem Bett steigt.

Falls doch Umbaumaßnahmen notwendig sind, begleiten die Berater auf Wunsch das gesamte Vorhaben. ,„Wir bemühen uns bei Bedarf um Kostenvoranschläge verschiedener Unternehmen“, erklärt Uwe Lisson. „Absolute Neutralität auf allen Ebenen ist uns wichtig,“, ergänzt seine Frau.

Auch beim Beantragen von Zuschüssen beraten die Helfer. Und falls nötig, sprechen sie mit dem Vermieter. Darüber hinaus unterstützen die Wohnberater auch die Planung von Umzügen.

Arbeit nicht missen

Es sei schwierig, einige von der Notwendigkeit einer Veränderung zu überzeugen, sagt Uwe Lisson. „Für viele hängen Erinnerungen an gefährlichen Stolperfallen, wie einem Teppich.“ Einige Fälle gehen den Wohnberatern auch sehr nahe. „Das sind nicht immer schöne Situationen, in denen einige Menschen leben“, berichtet Uwe Lisson von seinen Erfahrungen.

Aber dennoch sind sich alle fünf Berater einig, dass sie die Arbeit nicht missen möchten: „Das hält uns im Kopf und körperlich fit.“

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