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Ernährung Soja statt Fleisch – keiner hat’s gemerkt

Jens Milde

Nordenham - Als Daniel El Khatib und seine Frau kürzlich Freunde zu Besuch hatten, da gab es einen Nudelauflauf mit einer Tomaten-Hackfleisch-Sahne-Soße. „Den Freunden hat’s geschmeckt“, versichert der 32-Jährige. „Dass in dem Gericht gar kein Fleisch enthalten war, auch keine anderen tierischen Produkte, haben sie nicht gemerkt.“ Das Hackfleisch hatte der Nordenhamer durch ein Sojaprodukt ersetzt. Auch Sahne gibt es inzwischen aus Soja, Reis oder Mandeln.

Daniel El Khatib ist Veganer. Deshalb ist für ihn der 1. November ein ganz besonderer Tag. Am Weltvegantag wird auf die Vorzüge einer veganen Lebensweise aufmerksam gemacht. Vegan lebende Menschen ernähren sich rein pflanzlich, also ohne tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier. Auch Daniel El Khatib verzichtet auf alle tierischen Lebensmittel. Dabei kamen bei ihm noch vier Jahren Bratwurst und Steaks auf den Teller. „Ich habe bestimmt an jedem zweiten Tag Fleisch gegessen“, sagt er.

Daniel El Khatib hat seine Ernährung aus gesundheitlichen Gründen umgestellt. Immer wieder hatte er mit Hals- und Kiefergelenksentzündungen zu tun. Er hat sich im Internet und in Büchern informiert. Vor vier Jahren reifte der Entschluss, Fleisch und Fisch vom Speiseplan zu streichen. Der 32-Jährige erinnert sich gut daran, wie schwer ihm das gefallen ist. „Die Festigkeit, das Gefühl beim Biss und die Gewürze – das habe ich vermisst.“ Und der Gesundheitszustand? „Der hat sich eher verschlechtert“, sagt Daniel El Khatib. Selbst nach einem Jahr war noch keine Besserung in Sicht.

Einen Schritt weiter

Anstatt die selbst verordnete Ernährungsumstellung abzubrechen, ging Daniel El Khatib noch einen Schritt weiter. Er entschied sich, Veganer zu werden. Fortan verzichtete er auch auf Milch, Sahne, Eier und auf weitere Produkte, von denen viele gar nicht wissen, dass sie Zutaten tierischen Ursprungs enthalten. „Man findet zum Beispiel kaum noch Kartoffelkroketten, die keine Molkeerzeugnisse enthalten.“

Diese Umstellung sei ihm im Gegensatz zu ersten sehr leicht gefallen, berichtet Daniel El Khatib. Und nach drei Jahren kann er eine positive Bilanz ziehen: „Ich habe bisher keinen grippalen Infekt mehr gehabt. Ich fühle mich fitter und habe Lebensqualität dazugewonnen.“


Der Verzicht auf tierische Lebensmittel hat für Daniel El Khatib längst auch eine ethische Komponente. Der 32-Jährige lehnt jegliche Art der Nutztierhaltung ab: „Tiere sollten ihr Leben frei bestimmen können.“ Die vegane Lebensweise ist für den Nordenhamer auch eine Möglichkeit, sich aktiv für den Tierschutz einzusetzen.

Daniel El Khatib hat den Eindruck, dass es immer mehr Veganer gibt. Auch das Angebot an veganen Lebensmitteln werde größer. „Ich kaufe meistens in Bioläden und Reformhäusern ein“, sagt der Nordenhamer. „Mittlerweile gibt es aber auch in großen Supermärkten immer mehr vegane Lebensmittel.“

Vitamin aus Algen

Aus Sicht von Daniel El Khatib reicht es nicht, einfach nur auf Fleisch zu verzichten. „Man muss sich bewusst mit der Ernährung beschäftigen.“ Als Beispiel nennt der 32-Jährige den Mangel an Vitamin 12, der häufig bei Veganern auftritt. Dieses Vitamin sei zum Beispiel in bestimmten Algen enthalten, die zum Verkauf angeboten werden.

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