Thülsfelde - Seit Anfang August ist Sina Reinhold (26), Oberfeldwebel in der ersten Kompanie des Luftlandeunterstützungsbataillons 272 in Oldenburg, aus dem Auslandseinsatz aus Afghanistan zurück. „Die Lage dort hat man immer im Hinterkopf“, berichtet die Soldatin aus ihrem Alltag in Kunduz. Sechs Monate war sie dort. So langsam komme sie aber wieder an in der Heimat. Dazu beitragen soll auch die so genannte „Teambuilding-Aktion“ an diesem Mittwochmorgen.
Gemeinsam mir rund 70 Soldaten der ersten Kompanie des Bataillons, das in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Oldenburg stationiert ist, hat die Soldatin im Kletterwald Nord auf Einladung von Wolfgang und Ruth Placke den Parcours bewältigt. Etwa die Hälfte der Soldaten war im Auslandseinsatz.
Kompaniechef Major Hubert Gilgenrainer sagte, diese Aktion diene dazu, Einsatzrückkehrer und „Daheimgebliebene“ wieder zusammenzuführen. In der „Woche der Entschleunigung“ sei es für die Soldaten in den vergangenen Tagen etwa darum gegangen, in einem Wettkampf die Reifen eines Lasters zu wechseln oder einen „Verletzten“ zu bergen. Ein Fußballturnier stand ebenso an wie viele weitere Aktionen.
Zwar sei die Lage in Kunduz derzeit „ruhig und stabil“, ein Auslandseinsatz bedeute aber für die Soldaten erhebliche Belastungen: Trennung von der Familie, Leben auf engstem Raum im Feldlager, psychischer Stress durch die ständige Bedrohung und klimatische Veränderungen – die Rückkehrer bräuchten Zeit, um sich wieder in der Heimat einzuleben.
Das kann Alexander Hildebrant bestätigen. Der Stabsgefreite war nach 2007 (Kabul) zum zweiten Mal im Afghanistan-Einsatz. „Ich bin Soldat“ begründet er seine Bereitschaft, ein drittes Mal zu fahren. Das Gefühl, nicht sicher zu sein, habe er nicht gehabt, sagt der Soldat, der dankbar für „viele Erfahrungen“ ist.
„Wir fahren alle ein wenig runter und finden wieder zusammen“, sagt Oberfeldwebel Christian Dirscherl, der zwar nicht im Auslandseinsatz war, aber dafür in der Heimat die Arbeit der Kollegen mitauffangen musste. Im Kletterwald an der Thülsfelder Talsperre ziehen wieder alle gemeinsam an einem Strang.
