Oldenburg - Die angespannte Situation in der Schifffahrtsbranche macht der Oldenburgischen Landesbank Gruppe (OLB) nach wie vor zu schaffen. Trotzdem konnte die Regionalbank für das erste Halbjahr eine solide Geschäftsentwicklung aufweisen.

Wie die OLB am Donnerstag mitteilte, schloss sie das erste Halbjahr mit einem Vorsteuerergebnis in Höhe von 18,2 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (18,7 Millionen Euro) ab. Beim Ergebnis aus dem operativen Geschäft legte sie dagegen von 14,6 Millionen Euro auf 17,7 Millionen Euro zu.

„Wir sind auf Kurs“, meinte der OLB-Vorstandsvorsitzende Dr. Achim Kassow, mit Blick auf das Ziel, das Ergebnis für das Gesamtjahr gegenüber 2013 spürbar zu verbessern. Im Gesamtjahr 2013 war das Ergebnis vor Steuern vor allem wegen einer gestiegenen Risikovorsorge kräftig auf nur 9,1 Millionen Euro gesunken.

Im ersten Halbjahr 2014 konnte die OLB die Risikovorsorge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 26,8 Millionen Euro auf 21,6 Millionen Euro verringern. In der Breite des Kreditportfolios sei die Entwicklung günstig verlaufen, teilte die Bank mit. In der Schifffahrtsbranche, in der die Bank vergleichsweise stark engagiert ist, sei zwar in einigen Bereichen eine Stabilisierung zu spüren gewesen, insgesamt bleibe die Gesamtsituation aber angespannt. Die Risikovorsorge sei deshalb in diesem Bereich weiter ausgebaut worden.

Wie die OLB weiter ausführte, sei das Geschäft insgesamt in den ersten sechs Monaten durch das anhaltende Niedrigzinsniveau geprägt gewesen. Beim Zinsüberschuss konnte die Regionalbank gegenüber dem Vorjahr (118,5 Millionen Euro) leicht auf 119 Millionen zulegen. Wegen der Beendigung der Geschäftstätigkeit der Allianz Bank zum 30. Juni 2013 verringerte sich der Provisionsüberschuss nach OLB-Angaben erwartungsgemäß von 45,9 Millionen auf 36,6 Millionen Euro. Auch die laufenden Personal- und Sachaufwendungen gingen wegen der Beendigung der Geschäftstätigkeit der Allianz Bank deutlich zurück.


Das Kreditvolumen stieg zum 30. Juni leicht auf den Höchststand von 10,4 Milliarden Euro (31. Dezember 2013: 10,3 Milliarden). Die Kundeneinlagen bleiben mit 7,7 Milliarden Euro praktisch stabil (31. Dezember 2013: 7,8 Milliarden). Die Bilanzsumme betrug 13,9 Milliarden Euro (31.12. 2013: 14,2 Milliarden).

Entscheidend für den weiteren Geschäftsverlauf wird nach OLB-Angaben die Entwicklung an den Finanzmärkten und in der Schifffahrtsbranche. Bleibt die Situation hier stabil, geht die Bank von einem stabilen Verlauf der Erträge und Aufwendungen sowie einer Normalisierung der Risikovorsorge gegenüber dem Vorjahr aus. Zugleich bekräftigte die OLB ihre Pläne, in den kommenden drei Jahren rund 20 Millionen Euro in die Modernisierung ihres Privatkundengeschäfts investieren zu wollen.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft