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SOMMERGÄRTEN Spielparadies direkt vor der Haustür

Diese NWZ -Serie

stellt Oldenburger und ihre Gärten vor. Bürger erzählen, welche Bedeutung die eigene grüne Oase für sie hat und geben Tipps für andere Hobbygärtner.

Auf dem Bornhorster Anwesen leben vier Generationen. Bei der Gartengestaltung dürfen alle mitreden.

Von Susanne Gloger

Bornhorst Rika und Rayk haben es so richtig gut: Die Fünfjährige und ihr dreijähriger Bruder brauchen nur vor die Terrassentür zu treten, und schon stehen sie in ihrem ganz persönlichen Spielparadies. Sandkasten, Holzhaus, Rutsche, Schaukel, Torwand und vieles mehr gibt es hier. „Das Praktische für die Kinder hat Vorrang vor der Schönheit“, sagt ihr Ur-Großvater Hinderk Koop bestimmt – und der Rest der Familie nickt.

Der Rest der Familie, das sind Martina und Rainer Höpe (die Eltern von Rika und Rayk) sowie Thea und Klaus Schelling (die Eltern von Martina Höpe bzw. Tochter und Schwiegersohn von Hinderk Koop). Vier Generationen leben auf diesem Anwesen in Klein-Bornhorst. Vor drei Jahren durften die Höpes an das alte Bauernhaus, das ursprünglich einmal eine Scheune war, anbauen. Dafür mussten sie als Ausgleich unter anderem einige heimische Gehölze anpflanzen.

Martina Höpe (33) und ihr Mann (42), der aus Rastede stammt, sind froh darüber, dass ihre Kinder in diesem ländlichen Bereich aufwachsen können. „Die Dorfgemeinschaft in Bornhorst ist einfach toll“, schwärmen sie.


Dort, wo Hinderk Koops im vergangenen Jahr verstorbene Frau Lissie einst ihren Gemüsegarten hatte, ist der Spielplatz für die Urenkel entstanden. „Meine Frau hatte hier alles selbst angepflanzt“, betont der 87-Jährige. „Omas Apfelbaum“ trägt in diesem Jahr besonders viele Früchte. Es ist eine alte und mittlerweile seltene Sorte namens Jakob Lebel. „Das sind säuerliche Äpfel, die sich gut zum Einmachen eignen“, erklärt Thea Schelling (57). Rika und Rayk schätzen den Baum auch als Klettergerüst. Sie freuen sich auch schon auf die Apfelernte. Dazu werden wieder ihre Spielkameraden aus dem Kindergarten eingeladen. „Das haben wir im vergangenen Jahr erstmals so gemacht, und das hat allen gut gefallen“, erzählt ihre Mutter.

Mit ihren kleinen Fahrrädern können die Kinder einmal ums Haus fahren und dabei bei Oma und Opa oder bei ihrem Urgroßvater einkehren. „Die Kinder bringen mich auf Vordermann. Da bleibe ich fit“, sagt der 87-Jährige, der 40 Jahre lang Eisenbahner war und 25 Jahre dem Vorstand des Bahn-Sozialwerkes Oldenburg angehörte.

Es gibt ein gemeinsames Leben der vier Generationen, und durch die getrennten Wohnungen hat doch jeder sein Rückzugsgebiet. „Das ist hier ein Nehmen und Geben“, erklärt Martina Höpe.

Für sein Mittagsschläfchen nutzt Hinderk Koop gern ein kleines weißes Teehaus, das auf seinen Wunsch hin in diesem Sommer im hinteren Teil des Grundstücks errichtet wurde. Neue Ideen in die Gartengestaltung bringen hier alle Generationen ein.

Auf dem Weg zum Teehaus kommt man an dem von Thea Schelling mit Rosen und vielen Ziersträuchern bepflanzten Beet vorbei. Man schreitet unter einem Rosenbogen hindurch und lässt ein kleines Hügelbeet, auf dem eine hölzerne Windmühle thront, rechts liegen.

Alte Steine dienen als Dekoration. „Die findet man hier immer wieder bei Erdarbeiten“, erklärt Hinderk Koop. Stolz zeigt er auf den alten „Gotensteen“. So nannte man früher das in Waschküchen eingemauerte Becken zum Geschirrspülen. An dessen Rand wurden sogar Messer geschärft. Hier dient der Gotensteen nun als Vogelbad.

Von mehreren gemütlichen Sitzecken aus kann man den Garten genießen. Man blickt auf das Gewächshaus, in dem Karotten, Tomaten und Kräuter gedeihen. Auch die beiden Birnbäume sind voller Früchte, am Holunder reifen die Beeren, Sanddorn und Rhabarber gibt es auch.

„Wir mögen es natürlich“, sagt Martina Höpe. „Da kann auch mal das Unkraut wachsen.“ Auf ihrem Spielplatz auf dem Rasen toben derweil Rika und Rayk. Ihr Urgroßvater guckt mit einem Lächeln zu und sagt: „Das Wohl der Kinder ist am wichtigsten. Das war bei uns schon immer so.“

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