Sandelermöns - Der Landvolkverein Cleverns-Sandel-Möns hat bei seiner Jahreshauptversammlung auf ein durchwachsenes Jahr 2014 zurückgeblickt. Wie Vorsitzender Bernd Melchers und sein Stellvertreter Folkert Rieniets berichteten, begann das Jahr sehr nass, der erste Grasschnitt war nicht zu gebrauchen. Der Rest des Jahres brachte dann jedoch gute Bedingungen für das Winterfutter und eine ausgezeichnete Getreideernte.
Rieniets nannte 2014 ein Jahr, mit dem jeder zufrieden sein kann, wenn auch der Niederschlag von 900 Litern pro Quadratmeter besser hätte verteilt sein können. Die Bauern sind besorgt, weil der Winter so warm und ohne Starkfröste war. Frost fördert einen feinkrumigen Boden und dezimiert Schädlinge.
Auch die Milchpreise machen den Landwirten Sorgen: Die anfangs hohen Preise führten zu einer Produktionssteigerung – und am Jahresende war so viel Milch auf dem Markt, dass die Preise um rund 12 Cent fielen. Melchers riet seinen Kollegen, finanzielle Reserven zu bilden. Auch fürs Ende der Quotenregelung am 31. März werden Überlieferungen erwartet, so dass die Molkereien mit Einbehalt von Milchgeld reagieren werden, sagte Melchers.
Kreislandwirt Hartmut Seetzen sieht für die bäuerliche Arbeit trotz fortschreitender Modernisierung nach wie vor eine herausragende Stellung in der Gesellschaft. Er forderte, dass die Eigenständigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe gewährleistet bleibt und nicht durch immer neue Gesetze ausgehebelt wird.
Auch wenn in der Wesermarsch pro Woche ein Betrieb aufgibt, will Seetzen die Zukunft nicht „schwarz malen“. Seetzen kritisierte die Überregulierung, die den Landwirten mit zusätzlicher Büroarbeit viel Arbeitszeit nimmt. „Niedersachsen ist ein Agrarland, da erwarten die Erzeuger Unterstützung vom Landwirtschaftsminister und keine kontraproduktiven Auflagen“, meinte Seetzen.
Er erwartet, dass mit der neuen Düngemittelverordnung des Bundes immer mehr Kühe auch im Sommer aufgestallt bleiben. Denn Landwirte müssen künftig genau dokumentieren, wann sie welche Flächen womit gedüngt haben. Auch Kuhfladen gelten als Dünger – doch wo und wie oft Kühe ihren Schwanz auf der Weide heben, ist kaum zu erfassen. „Wenn bei uns keine Kühe und Rinder mehr auf den Weiden grasen, beeinträchtigt das das Landschaftsbild und schadet sicher auch dem Tourismus“, meint Seetzen.
