Bohlenbergerfeld - „Das Archiv ist fast das Schönste hier im Schulmuseum“, sagt Heike Ahlborn. Sie steht inmitten Tausender Bücher. „Ich könnte mich stundenlang in die Bücher vertiefen. Als ich hier angefangen habe, war ich unglaublich erstaunt, wie viel es hier gibt, 26 000 Bände, unzählige Karten und Schaubilder.“ Seit Mai ist die 54-Jährige Geschäftsführerin des Schulmuseums, und es ist eine ihrer Aufgaben, im Archiv Ordnung zu schaffen. „Viele Leute denken ja, Archivarbeit sei langweilig und trocken, aber ich finde es ausgesprochen spannend. Ich habe hier schon so manche Stunde verbracht“, sagt sie.
Zur Zeit arbeitet Elke Schneider daran, die vielen Gegenstände im Archiv digital zu katalogisieren. Bis alles im Computer erfasst ist, werde es noch Jahre dauern, sagt Heike Ahlborn. Im Archiv arbeitet außerdem der ehrenamtliche Bibliothekar Heiko Schaare, der die Basiserfassung der Bücher übernimmt. Titel wie „Physik für Mädchen“, ein „Geschichtliches Hilfsbuch“ und ein „Berufskundlicher Wandkalender für Jungen“ finden sich in den Regalen. „Hier stehen auch echte Schätze, wie eine ganz alte Wilhelm-Busch-Ausgabe oder ein Atlas von 1832“, schwärmt Heike Ahlborn.
Immer wieder kommt neues Inventar für das Archiv dazu, etwa Dachbodenfunde, die dem Schulmuseum von Bürgern gespendet werden. Die gilt es, vernünftig einzuordnen und zu inventarisieren. Als Geschäftsführerin ist Heike Ahlborn auch dafür zuständig, einzuschätzen, inwiefern die Restaurierung historischen Inventars betriebswirtschaftlich möglich ist. Ebenso kümmert sie sich darum, wie die Gegenstände gelagert werden können. Insbesondere die alten Wandbilder, die in Hängeregistern aufbewahrt werden, müssten früher oder später vor Licht und Luft geschützt aufbewahrt werden, damit sie erhalten bleiben.
„Es ist schade, dass nur wenige Leute wissen, was für Schätze hier liegen“, sagt sie Zusammen mit der Leiterin des Museums, Prof. Dr. Antje Sander vom Schlossmuseum in Jever, plane sie, das Archiv der Öffentlichkeit zu zeigen. Denkbar wären etwa Sonderausstellungen und Führungen durch das Archiv. „Wir wollen das Archiv zugänglicher für die Öffentlichkeit machen“, kündigt Heike Ahlborn an.
