Der Johannistag an diesem Freitag markiert – wie in jedem Jahr am 24. Juni – das offizielle Ende der Spargelsaison. Wie die Saison 2016 für ihn gelaufen ist, berichtete Spargel-Produzent Markus Wempe (45) aus Neu-Holzkamp der NWZ .
Herr Wempe, an diesem Donnerstag ist schon wieder alles vorbei. . .
WempeNoch nicht ganz. Wir stechen noch bis Sonntag. Bis 13 Uhr wird dann noch verkauft. Aber dann ist wirklich Schluss.
Wie ist die Spargelsaison aus Ihrer Sicht gelaufen?
WempeEigentlich ganz gut. Wir sind zufrieden. Die Preise waren in Ordnung, der Ertrag auch. Die Saison ist ein paar Tage später gestartet als üblich, weil es anfangs noch etwas zu kalt war – die Mengen kamen dadurch einfach nicht.
Und nach den kalten Tagen war es über Wochen warm und extrem trocken. Ist das ein Problem für den Spargel?
WempeNein. Trockenheit macht dem Spargel nichts aus. Seine Wurzeln reichen sechs, sieben Meter in die Erde. Problematisch ist Wassermangel nur bei Neuanlagen. Da kann es vorkommen, dass wir bewässern müssen. Aber in der Regel passiert das nicht.
Viele bedauern ja das Ende der Spargelsaison sehr. Was würde denn eigentlich passieren, wenn Sie einfach weiter ernten würden?
WempeDann hätten wir im kommenden Jahr enorme Ertragseinbußen. Die Triebe speichern jetzt die Energie fürs nächste Jahr. Den ganz frühen Spargel haben wir daher schon vor zwei oder drei Wochen nicht mehr geerntet.
Seit dem vorigen Jahr müssen auch Landwirte schrittweise den Mindestlohn zahlen. Ist das in diesem Jahr mit einer Preissteigerung für die Spargel-Konsumenten verbunden gewesen?
WempeNein. Wir hatten die Preise voriges Jahr um ein paar Cent erhöht. Dieses Jahr mussten wir den Saisonkräften zwar noch einmal mehr bezahlen, haben die Preise aber nicht noch einmal angehoben. Wir zahlen Stundenlohn. Folglich bedeutet der Mindestlohn, dass wir nur noch die besten Kräfte beschäftigen können. Und wir lassen Anlagen, die früher acht Jahre standen, nur noch sechs Jahre stehen.
