Ganderkesee - Florian Neumann kennt das. Beim Begriff „Fitness-Center“, das weiß der Inhaber des „Lifestudio“ an der Straße Industriepark, denken viele Menschen an Bodybuilding, an Arnold Schwarzenegger. Doch „der Trend hat sich deutlich verschoben“. Etwa die Hälfte der Kunden komme heute nicht der Muskeln, sondern der Gesundheit wegen. Was die Kunden erwarten und was für sie getan wird, darum ging es am Dienstag bei einem Besuch der Ausbildungsplatzinitiative Zwaig im Lifestudio. Das Thema: der Ausbildungsberuf „Sport- und Fitnesskaufmann/-kauffrau“.
Bei diesem Beruf sei die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen recht hoch, berichtete Jacoba van der Harst von der Arbeitsagentur Delmenhorst. 2013 seien im Bezirk Oldenburg/Wilhelmshaven der Bundesagentur für Arbeit 27 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, davon 15 von männlichen und 12 von weiblichen Azubis.
Im Lifestudio werde zurzeit mit Danny Gierden ein Umschüler ausgebildet, so Neumann. 2015 wolle er einen weiteren Ausbildungsplatz anbieten. Und die Chancen auf Übernahme? „Wenn’s passt, ist es unser Ziel, dass die Leute bleiben.“ Das könne aber auch auf freiberuflicher Basis der Fall sein (aktuell sind für das Lifestudio neben Neumann, seiner Mitarbeiterin Heidi Diegruber und Gierden sieben Freiberufler tätig).
Die dreijährige Ausbildung sei wegen ihrer Nähe zum Sport für viele junge Menschen interessant, die ohnehin viel Sport treiben, schilderte Diegruber ihre Erfahrung. Eine Trainerlizenz sei Prüfungsbestandteil. Aber: Interessierte müssten wissen, dass auch eine Menge Arbeit im kaufmännischen Bereich anfalle, das fülle wohl die Hälfte der gesamten Arbeitszeit, schätzt Neumann. Und Bewerber müssten auch wissen, dass nicht um 17 Uhr Feierabend sei.
Eine zentrale Voraussetzung für den Beruf ist nach Einschätzung des Studioleiters der Spaß am Sport. „Ich kann nur etwas verkaufen, wenn ich selber Spaß daran habe.“ Ganz wichtig sei auch das Arbeits- und Sozialverhalten. In einem Fitnessstudio habe man es mit dem 18-Jährigen zu tun, der die Muskeln aufbauen will – oder auch mit dem 65-jährigen Geschäftsmann. „Es muss gewährleistet sein, dass beide sich hier wohl fühlen.“
Wer einen Ausbildungsplatz habe, der, so empfahl Neumann, solle sich in unterschiedlichen Bereichen gut ausbilden lassen. Denn: „Es ist schwierig, gute Kurstrainer zu bekommen.“
