Hude/Nordenholz - „Es ist schön, wenn Altes bleibt, wo Neues entsteht.“ – Das hat Heiko Aschenbeck mal gelesen. Und das trifft genau die Intention des 63-jährigen Nordenholzers. Sein großes Hobby ist der Erhalt historischer Bausubstanz. Alte Gebäude geben einem Ort Identität und müssen bewahrt und gepflegt werden, meint Aschenbeck, der vor dem Ruhestand leitender Angestellter in der Autoindustrie war.
Vor gut zwei Jahren hat Familie Aschenbeck den ehemaligen, schon seit ein paar Jahren leerstehenden „Nordenholzer Krug“ erworben. Mit der festen Absicht, diesen alten Gaststätten-Standort, den es schon seit dem 18. Jahrhundert gibt, wiederzubeleben.
Und so wird im Herbst der „Nordenholzer Hof“ am Kreuzweg, betrieben von dem Oldenburger Pächter Michael Niebuhr, seine Pforten öffnen: als Landcafé, Restaurant und Hochzeitshaus.
Herzstück des neuen gastronomischen Areals ist neben der bisherigen Gaststätte, in der zurzeit noch gewerkelt wird, eine rund 200 Quadratmeter alte Festscheune. Sie ist weitgehend fertiggestellt. Hier soll die erste Hochzeit bereits im Juli gefeiert werden, so Aschenbeck.
Die Scheune, die hier vorher nicht stand, ist ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1828. Es ist das Gode-Haus aus Tweelbäke. Aschenbeck hatte es schon 2003 dort abgebaut und eingelagert. Jedes Stück Holz wurde seinerzeit genau gekennzeichnet.
Der Aufbau des alten Ständerwerks am neuen Standort in Nordenholz, auf einem Platz, wo vorher ein Stall stand, dauerte dank dieser Vorarbeit und unter Mithilfe erfahrener Handwerker gerade mal vier Tage.
Unter Verwendung vieler alter Materialien wurde das Fachwerkgebäude dann möglichst nah am Original wieder vervollständigt. Dazu gehören alte Steine aus Abbruchmaterial, Handformziegel und zum Beispiel Lehmputz an den Wänden. Das Haus, auf Findlingen gegründet, wurde allerdings nach modernen Gesichtspunkten gut isoliert, hat sogar Fußbodenheizung und natürlich auch moderne Sanitäranlagen bekommen.
Für den wiederbelebten Gastronomiestandort Nordenholz, dicht am Ort Hude gelegen, sieht Aschenbeck gutes Potenzial. Gedacht ist an ein Angebot mit regionalen Speisen. Das Haus soll für alle offenstehen, so Aschenbeck.
Hoch erfreut darüber, dass es in Nordenholz nun bald wieder ein Gasthaus geben wird, zeigten sich Mitglieder des Ortsvereins unter Leitung von Rolf Schote bei einer Besichtigung.
Viele Jahrzehnte sei der Nordenholzer Krug die zentrale Anlaufstelle im Dorf gewesen, sagte Schote. Als 1998 die langjährige Pächterin der beliebten Gaststätte, Helga Vorspohl, in Rente ging und Folgepächter schnell aufgaben, war die Enttäuschung groß, dass der dörfliche Treffpunkt nicht mehr zur Verfügung stand, wusste Schote zu berichten. Die Nordenholzer wichen seinerzeit zum Vielstedter Bauernhaus aus und wurden dort herzlich aufgenommen.
Nun haben die Nordenholzer und Gäste bald wieder im Ort einen Anlaufpunkt. „Für den Ortsverein und die Nordenholzer ist das ein Glücksfall“, lobte Schote die „fantastische Anlage“, die eine tolle Bereicherung für die 2500 Einwohner zählende Bauerschaft und das Dorfleben darstelle.
