Hude - Birgit Osterloh war beinahe sprachlos: „Diese Summe erschlägt mich“, gestand die kaufmännische Geschäftsführerin der Diakonie-Sozialstationen im Oldenburger Land. Mit sage und schreibe 18 000 Euro unterstützt der örtliche Förderverein die Arbeit der Diakonie-Sozialstation Hude. Der Vorstand um Rolf Carspecken überreichte am Montagabend einen symbolischen Scheck an Birgit Osterloh und die stellvertretende Leiterin des Pflegedienstes, Petra Schröder.

Mit dieser Spende erhöht sich das Volumen, mit dem der Förderverein der Huder Diakonie-Sozialstation in den zehn Jahren seines Bestehens unter die Arme greift, auf stolze 115 000 Euro. „Umgerechnet könnte mit diesem Betrag eine Pflegekraft für 2,875 Jahre finanziert werden“, rechnete Carspecken vor.

Doch der Förderverein will keine Stellen bezahlen, er versteht seine Finanzspritzen als „Zeitspende“, die allen Mitarbeiterinnen und ihren Patienten zugute kommt. Vor allem Tätigkeiten, die über den Leistungskatalog der Krankenkassen und anderer Leistungsträger hinausgehen, sollen den Schwestern dadurch ermöglicht werden. Den Wert dieser Spende betonte Birgit Osterloh: „Es ist sehr wichtig, mal eine halbe Stunde länger bleiben zu können, um mehr Zeit für eine persönliche Zuwendung zu haben, Trost zu spenden oder einfach nur zuzuhören.“

„Geld in Zeit zu verwandeln, um Gutes zu bewirken“, ist seit 2003 der Grundgedanke der Arbeit des Fördervereins, erklärte Carspecken. Zu den in 2012 vom Verein erwirtschafteten Einnahmen in Höhe von knapp 16 000 Euro haben die 96 Mitglieder mit ihrem jährlichen Obolus beigetragen. Für das Gros der Einnahmen sorgten mit 10 890 Euro indes Spenden – allein durch zwei Trauerfälle, bei denen statt Blumen und Kränze um Zuwendungen für die Sozialstation gebeten wurden, kamen 8000 Euro zusammen. Auch eine Einzelspende des E-Centers über 1200 Euro half, die Kasse des Fördervereins zu füllen.

Um die Finanzen hatte sich bisher Evelyn Glass gekümmert. Nach zehn Jahren im Vorstand kandidierte die Schatzmeisterin jedoch nicht erneut. Für sie rückt Axel Tegt- meyer nach, der bis zu seinem Ruhestand als Pastor der Ortsgemeinde in den Vorstand berufen worden war. Tegtmeyer wurde von den Mitgliedern nun ebenso einstimmig in den Vorstand gewählt wie Rolf Carspecken und Anja Claußen, die bislang Schriftführerin war und nun die Kassenführung übernehmen soll. Das Trio war sich einig, dass als viertes Mitglied Pastor Michael Lupas berufen wird, der fortan als Bindeglied zwischen Förderverein und Kirchengemeinde fungiert.


„Sehr beeindruckt“ vom Wirken des Fördervereins zeigte sich Thomas Feld, Vorstand des Diakonischen Werkes im Oldenburger Land. Er hielt im Anschluss einen Vortrag zum Thema „Warum gibt es die Gemeindeschwester von früher nicht mehr?“