Hude/Salcininkai - Ein Vierzigtonner, voll beladen mit Hilfsgütern, hat sich jetzt aus Hude wieder auf den Weg gemacht in Richtung Litauen. Ziel ist die Region Salcininkai. Schon seit Jahren unterstützt der gemeinnützige Verein Kinderaugen aus Hude die Menschen in Salcininkai mit Sach- und Geldspenden. Auch dieses Mal sind es vor allem Kindergärten, Schulen, soziale Einrichtungen und auch das Krankenhaus, die von der Hilfslieferung profitieren.
Franz-Herbert Bunjor, neuer Vorsitzender des Vereins Kinderaugen, berichtet von den großen Kontrasten. Rund um Vilnius sehe es recht gut aus, doch in den ländlichen Ortschaften an der weißrussischen Grenze sei die Not nach wie vor groß.
Bunjor war vor Ort. Er erzählt von verrosteten Stühlen in den Schulen, von einem Dixie-Klo für die Kleinen eines Kindergartens, das mit dem Eimer geleert werde.
Bunjor erzählt von der relativ hohen Arbeitslosigkeit. Die Wirtschaft komme nicht in Schwung, weil die gut ausgebildeten Fachkräfte das Land verließen.
An Bord hat der Huder Hilfstransport, ein Lkw eines Spediteurs aus der polnischen Partnergemeinde Nowe Miasto, dieses Mal vor allen Dingen gut erhaltenes Mobiliar.
Tische, Schreibtische und Bürostühle, die dem Verein von der aufgelösten Firma Vietor zur Verfügung gestellt wurden. Gut 60 Stühle aus der Peter-Ustinov-Schule sind an Bord. Neuwertige Kleidung, die das Modehaus Horstmann stiftete. Und auch drei Paletten Fliesen, zur Verfügung gestellt von Voigt & Böhm, wurden unter anderem verladen.
Fleißige Helfer sorgten dafür, dass alles gute verstaut wurde an Bord des Lastwagens.
Ein Prinzip des Vereins Kinderaugen ist, auch vor Ort zu sein, wenn die Hilfsgüter verteilt werden.
So fliegen an diesem Freitag Franz-Herbert Bunjor, Uwe Schubert, Uwe Sauer und Georg Schecke sen. auf eigene Kosten nach Litauen, um vor Ort die Verteilung zu begleiten und zu schauen, wo noch weitere Hilfe benötigt wird.
Der Flug nach Vilnius koste pro Person hin und zurück 65 Euro, so Bunjor. Dies werde aus der eigenen Tasche bezahlt. Vor Ort wollen die Huder dieses Mal auch ein Gespräch mit dem Landrat in Salcininkai führen, bevor es am Sonntag mit dem Flieger zurück nach Hude geht. Bunjor freute sich, dass der Verein auf so viele motivierte Mitglieder bauen kann, die auch tatkräftig mit anpacken. Mehr als zehn Leute halfen denn auch beim Verladen in Hude.
Im Herbst sei eine Hilfsaktion für den Kosovo geplant, so Bunjor. Der Verein ist zurzeit dabei, sich nach dem Wechsel im Vorsitz neu aufzustellen. In Kürze sei ein Treffen geplant, bei dem jedes Mitglied seine Ideen einbringen könne, was in Zukunft angepackt werden solle, sagte Bunjor.
