[SPITZMARKE] -
Die mutmaßlichen Täter hielten drei Frauen gefangen. Sie lockten ihre Opfer über das Internet an.
VERDEN/DPA - In besonders menschenverachtenden Fällen von Zwangsprostitution, Vergewaltigung und Menschenhandel hat die Staatsanwaltschaft Verden gegen zwei 41 und 53 Jahre alte Männer Anklage erhoben. Über Stellen- und Wohnungsanzeigen im Internet sollen die beiden Beschuldigten von August bis Oktober 2006 nacheinander drei ahnungslose Frauen in ein Wohnhaus im niedersächsischen Garlstedt gelockt und dort gefangen gehalten haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.Ihre Opfer sollen mit dem Tode bedroht worden sein. Eine Frau sei wie ein Hund gehalten und nachts in einen Käfig gekettet worden. Tagsüber sei sie an einer Leine geführt worden. Erst nach der Flucht des dritten Opfers kamen die Taten ans Licht.
Die 19 Jahre alte Frau war nackt, mit Handschellen gefesselt, durch ein Dachfenster entkommen. Die beiden Beschuldigten hatten zunächst mit den beiden anderen Frauen flüchten können. Einer der Männer hatte sich wenige Tage später freiwillig der Polizei gestellt, der andere war im Zuge einer Fahndung festgenommen worden.
Nach zahlreichen sexuellen Übergriffen soll eine der Frauen eine Art „Notgemeinschaft“ mit den Männern gebildet haben. Um die Frau gefügig zu machen, sollen die Männer sie in Folie gewickelt und ihr angedroht haben, dass sie ersticken würde, weil die Haut nicht mehr atmen könne. Die Staatsanwältin verglich die Tat mit einer Filmszene aus dem James Bond-Film „Goldfinger“.
Als geradezu einzigartig bezeichnete die Staatsanwaltschaft die menschenverachtende Vorgehensweise. Die Auswirkungen der Taten auf die Opfer seien kaum wieder gutzumachen. Die Frauen seien stark traumatisiert und würden intensiv betreut. „Wir wollen keine Panik schüren, aber zur Vorsicht mahnen“, sagte Oberstaatsanwältin Silke Streichsbier zum Umgang mit dem Medium Internet. Darüber waren auch die Freier angeworben worden.
