[SPITZMARKE] - HANNOVER/DPA - Mehrere tausend Arbeiter und Angestellte in Krankenhäusern, Behörden und Universitäten in Niedersachsen legen am kommenden Montag die Arbeit nieder. Sie streiken, um die Länder dazu zu bewegen, den mit Bund und Kommunen ausgehandelten Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst zu übernehmen. Zu einer Kundgebung am Montagmittag in Hannover wird auch „Verdi“-Bundeschef Frank Bsirske erwartet. Aktionen finden nach Angaben der Gewerkschaft nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in anderen Bundesländern statt.
Heute, Freitag, wollen Länder und Gewerkschaften in Frankfurt/Main weiter versuchen, die Chancen für eine Einigung auszuloten. Für den Donnerstag kommender Woche ist die nächste Gesprächsrunde in Berlin vereinbart.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte es bislang abgelehnt, den Anfang Februar in Potsdam ausgehandelten Tarifvertrag zu übernehmen. Dort hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf eine grundlegende Reform des 40 Jahre alten öffentlichen Tarifrechts geeinigt. Die Beschäftigten sollen demnach künftig bei flexibleren Arbeitszeiten stärker nach Leistung bezahlt werden. Die Länder wollen allerdings längere Arbeitszeiten und Abstriche beim Weihnachts- sowie beim Urlaubsgeld durchsetzen. In Niedersachsen sind am Montag unter anderem Streiks in der Medizinischen Hochschule Hannover, der Uniklinik Göttingen, den Straßen- und Autobahnmeistereien, Staatstheatern und Behörden geplant. „Verdi“ rechnet mit mehreren tausend Teilnehmern.
