[SPITZMARKE] - BAD BENTHEIM/NORDHORN/DPA - Die Schwarte mit den dicken Borsten ist großflächig schwarz-weiß gemustert: das Markenzeichen des „Bunten Bentheimer Schweines“. Vor ein paar Jahren noch war es um das hübsche Borstenvieh schlecht bestellt. Denn der Wunsch der Verbraucher nach magerem Schweinefleisch hat „De Swatbunten“ mit ihrem höheren Fettanteil an den Rand des Aussterbens gebracht.
Die Tiere eignen sich nicht für die Massenhaltung. Ein Bentheimer wächst langsamer und hat ein Kotelett weniger als die herkömmlichen „weißen“ Schweine. Aber die Schwarzbunten sind stressresistent und die Sauen gute Muttertiere. Feinschmecker loben auch das Fleisch. Im Ammerländer Schinken-Museum in Apen etwa wird die „geschmackliche Dichte“ wie von früher gerühmt.
Inzwischen wissen Kunden in ganz Deutschland den würzigen Geschmack vom Fleisch des Bentheimer Landschweins zu schätzen. 83 Betriebe züchten die Schweine mit den Schlappohren. Die Rasse entstand um 1900 aus einer Kreuzung zwischen schwarzen englischen Berkshireschweinen und weißen Landschweinen. Weiter gezüchtet wurden die gefleckten Tiere.
Etwa 100 alte Haustierrassen seien bundesweit als gefährdet eingestuft, so die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Oft sind es regionale, an Standorte angepasste Rassen.
Zum Erhalt des Bunten Bentheimer Schweins hat sich eigens ein Verein gegründet – und zwar mit einem irritierend freimütigen Motto: „Erhalten durch Aufessen“. Die Schweine sollen nicht als Museumstiere, sondern in der Landwirtschaft weiter bestehen. Sogar im Tierpark im niedersächsischen Nordhorn werden „De Swatbunten“ gehalten.
In der Cafeteria des Zoos kommen die Bratwürstchen aus ihrem Fleisch auf die Teller. „Mit dem Verzehr unterstützt der Besucher den Erhalt der Bunten Bentheimer“, sagt Thomas Berling, Tierparkleiter und lange Vorsitzender des Vereins.
