[SPITZMARKE]BERLIN/HANNOVER - BERLIN/HANNOVER/DPA/AFP/WI - Die vier Wirtschaftsminister aus den Airbus-Standortländern Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Baden-Württemberg demonstrierten am Montag in Berlin zusammen mit ihrem Amtskollegen im Bund, Michael Glos (CSU), Einigkeit. „Wenn wir uns auseinander dividieren ließen, hätten wir den weiten Weg nicht gemacht.“

Gegensätzliche Darstellungen seien „nicht förderlich“ für das Gesamtinteresse, sagte Glos, der Verhandlungsführer der deutschen Seite in der schwierigen Auseinandersetzung um das Sanierungskonzept „Power8“ des angeschlagenen Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns. „In allen Airbus betreffenden Fragen ist auch weiterhin eine enge Abstimmung zwischen Bund und Ländern vereinbart worden“, assistierte der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche.

Wie die gemeinsame Position von Bund und Ländern im Detail aussieht, blieb offen.

Und für einen Moment wurde gestern doch deutlich, dass sich die Interessen der vier Länder überschneiden könnten, als Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) klarstellte, es gebe Verträge für die Endfertigung und Auslieferung der A 380 in Hamburg, – und die müssten eingehalten werden. Im übrigen sollte wegen der großen Erfahrung mit der Kabinenausstattung diese auch für die A 350 nach Hamburg verlegt werden. In gleicher Weise strichen Uldalls Amtskollegen aus Baden-Württemberg und Bremen, Ernst Pfister (FDP) und Jörg Kastendiek (CDU), die Vorzüge ihrer Airbus-Produktionsstätten heraus.

Heute trifft sich Glos mit dem französischen Airbus- Chef Louis Gallois und dem deutschen EADS-Co-Chef Thomas Enders. Es wird wohl nur einen Zwischenbericht geben. Das endgültige Sanierungskonzept werde erst später vorgelegt.


Dass die deutsche Seite im Fall von Airbus früh ihre Interessen anmeldete, zeigte erste Wirkung. Bei der Transaktion des 7,5-prozentigen EADS-Aktienanteils von Daimler-Chrysler war es im Grunde der französische Partner, der einen Einstieg der vier Airbus-Länder ermöglichte. Grundsätzlich gibt es innerhalb des so genannten Aktionärspaktes ein Vorkaufsrecht der beteiligten Länder Deutschland, Frankreich und Spanien. In diesem Fall wäre Paris zum Zug gekommen.

Die Franzosen traten den Deutschen dieses Vorkaufsrecht – zumindest bis Mitte 2010 – ab und ermöglichten zudem, dass das Konsortium aus Privat-Banken und Landesbanken ohne Stimmrecht einsteigen konnte.

Saudi-Arabien will unterdessen für seine Luftwaffe zwei Tankflugzeuge Airbus A330-MRTT beschaffen. Die Verhandlungen liefen noch, teilte das französische Verteidigungsministerium mit.