[SPITZMARKE]HANNOVER - HANNOVER/DPA - Seit In-Kraft-Treten der Gesundheitsreform Anfang 2004 gehen nach Darstellung der Kaufmännischen Krankenkasse KKH deutlich weniger Frauen zur Krebsvorsorge. Im ersten Halbjahr 2003 hätten rund 766 000 Frauen die Untersuchungen zur Früherkennung genutzt, teilte die KKH mit. Im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2004 waren es etwa 11 Prozent weniger. Auch weniger Männer gingen zur Früherkennungen. Nach 23 500 im 1. Halbjahr 2003 gab es ein Jahr später einen Rückgang von fast 6 Prozent.

Der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit sagte: „Das sind alarmierende Zahlen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, ist zu befürchten, dass die Zahl der Erkrankungen in Zukunft wieder steigt.“

Die KKH vermutet, dass die Einführung der Praxisgebühr für den Rückgang verantwortlich ist. Viele Patienten wüssten nicht, dass bei der Vorsorge die Praxisgebühr von 10 Euro nicht fällig werde. Die Ärzte sollten künftig besser informieren.

Laut Bundesgesundheitsministerium hat die Einführung der Praxisgebühr nicht dazu geführt, dass die Vorsorgeuntersuchungen weniger wahrgenommen werden. Bundesweit sei der Trend steigend. Die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen seien in den ersten drei Quartalen 2004 um 25 Prozent gestiegen.