[SPITZMARKE]HANNOVER -
Seit Sonntag gelten in Niedersachsen neue Ladenöffnungszeiten. Im Einzelhandel herrscht kein einheitliches Bild darüber, wo und wann Kunden länger einkaufen können.
HANNOVER/DPA - Von Seiten der Verkäufer ist zu hören, dass kleine Geschäfte und ländliche Regionen die neue Regelung eher nicht ausnutzen wollten. Ballungsgebiete und größere Handelsketten zeigten hingegen Interesse. Übergreifend wird die Vermutung geäußert, dass es Monate brauche, bis sich die Öffnungszeiten eingependelt hätten. „2007 wird das Jahr des großen Experiments“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hannover-Hildesheim, Ullrich Thiemann. Über die geplanten Öffnungszeiten habe er „sehr unterschiedliche Angaben“ gehört.So habe eine große Textilhauskette in Hannover angekündigt, an sechs Tagen die Woche bis 23 Uhr zu öffnen. Ansonsten herrsche Uneinigkeit über die Kernöffnungszeiten.
„Aber die Flexibilität, die wir jetzt haben, ist auf jeden Fall positiv“, sagte Thiemann. Wenn Läden um 20 Uhr noch voll seien, könnten die Kunden in Ruhe zu Ende bedient werden. „Die Geschäfte in unseren Städten und Gemeinden versuchen, ein einheitliches Bild abzugeben“, sagte der Geschäftsstellenleiter des Braunschweiger Einzelhandelsverbandes, Mark Alexander Krack. Viele tendierten zur 20-Uhr-Grenze, auch wenn das etwa in Gifhorn anders ausschaue als in der Braunschweiger Innenstadt. Die neuen „Schloss-Arkaden“, die zunächst von 6 bis 24 Uhr öffnen, brächten dort viele Mitbewerber unter Zugzwang. „Die Kleinen klagen, keine Frage“, sagte Krack.
In Gebieten, die vom Tourismus leben, werden große Hoffnung auf die neue Regelung gesetzt – ein einheitliches Bild gibt es aber auch dort nicht. Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes in Göttingen, Willy Klie, begründete das uneinheitliche Bild mit unterschiedlichen Interessen.
Doch es gibt auch Gebiete, in denen jetzt schon klar ist, dass sich nicht viel ändern wird. „Das Gros der Geschäfte in der Lüneburger Heide wird seine jetzigen Ladenöffnungszeiten nicht ändern“, sagte Heinz-Georg Frieling, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Harz-Heide in Lüneburg. In der Fläche seien einfach nicht die Kunden dafür da. Auch die rund 200 Händler in der Lüneburger Innenstadt wollten trotz der neuen Freiheiten vorerst nichts ändern.
