[SPITZMARKE]HASELüNNE/HAMBURG - HASELÜNNE/HAMBURG/DPA - Angesichts von Verlusten bei Umsatz und Ergebnis will der emsländische Getränkespezialist Berentzen aus Haselünne in diesem Jahr mit einer neuen Marketing- und Werbekampagne auf Aufholjagd gehen. Das Unternehmen könne die Wende nur mit intensiverem Marketing für die Dachmarke Berentzen schaffen, betonte der neue Vorstandsvorsitzende der Berentzen-Gruppe AG, Axel Dahm, am Donnerstag in Hamburg.

Für diese Investition müssten 2007 auch neue Verluste im einstelligen Millionenbereich in Kauf genommen werden. Der Konzernumsatz sei im vergangenen Jahr auf 179,8 Millionen Euro (2005: 180 Millionen Euro) gesunken, sagte Dahm. Das operative Ergebnis ging von 14,5 Millionen auf eine halbe Million Euro zurück. Entsprechend sackte das Jahresergebnis von einem Gewinn von 6,8 Millionen Euro auf einen Verlust von 0,7 Millionen Euro.

2006 belief sich der Marketing-Etat auf 27 Millionen Euro, 1996 seien es noch 50 Millionen gewesen. „2007 werden wir voraussichtlich 33 Millionen für Marketing ausgeben“, sagte Dahm.

Im Sommer solle es auch ein neues Produkt geben. Er hoffe auf eine Wende bei Umsatz und Ertrag im Lauf des Jahres 2008. Berentzen solle sich wieder stärker als norddeutsche Traditionsmarke präsentieren. In den vergangenen Jahren habe der „letzte Schritt zum Verbraucher“ gefehlt, betonte Dahm.Einer der Beschuldigten war noch bei Siemens beschäftigt. Es geht um Unregelmäßigkeiten in der Festnetzsparte.

Von Martin Rücker


und unseren Agenturen

MÜNCHEN/BERLIN - In der Siemens-Schmiergeldaffäre gerät jetzt der langjährige Vorstandsvorsitzende und aktuelle Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer zunehmend unter Beschuss. „Er hat jahrelang in diesem System an der Spitze gestanden“, sagte Klaus Schneider, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger SdK, am Donnerstag.

So langsam müsse man sich fragen, ob bei Siemens überhaupt korrekt Geschäfte gemacht worden seien. „Es scheint eine gewisse Kultur gewesen zu sein, dass man unsauber arbeitet.“ Aktionärsschützer fordern daher, dass von Pierer zumindest sein Amt ruhen lässt, falls er nicht von selbst zurücktritt.

Derweil hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß von Pierer aufgefordert, seine Beratertätigkeit für die Bundesregierung ruhen zu lassen. „Man weiß nicht, welche Rolle von Pierer gespielt hat. Um glaubwürdig zu sein, sollte er seine Funktion ruhen lassen, bis alle Vorwürfe geklärt sind“, sagte sie unserer Berliner Redaktion.

Unterdessen wurden wegen der Unregelmäßigkeiten in der Festnetzsparte Com zwei weitere Beschuldigte verhaftet. Die beiden Haftbefehle seien inzwischen außer Vollzug gesetzt worden, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld mit. Einer der beiden jetzt Verhafteten war noch bei Siemens beschäftigt und wurde suspendiert. Der andere hatte den Konzern bereits im Herbst verlassen.