[SPITZMARKE]KöLN - KÖLN/DPA - Nach der Flaute der vergangenen Jahre greifen die Verbraucher in Deutschland nach Einschätzung des Verbands der Deutschen Möbelindustrie stärker zu neuen Einrichtungen. „In der Tat beginnt sich der vorhandene Kaufstau der vergangenen Jahre nun langsam aufzulösen“, sagte Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Köln. Dort begann gestern die Internationale Möbelmesse mit 1300 Ausstellern aus 50 Ländern.
„Die Verbraucher investieren wieder, weil die Stimmung nicht mehr so dunkel ist, wie vor einem Jahr“, sagte Klaas. Er rechnet mit einem Wachstum der Branche im gestarteten Geschäftsjahr von 1,5 Prozent auf 21 Milliarden Euro. „Das Zugpferd derzeit sind Kücheneinrichtungen“, sagte Klaas. „Die Industrie hat mit ihren neuen Produkten ihre Hausaufgaben gemacht, und deshalb wird jetzt auch der Handel reagieren und kaufen“, sagte Klaas.
Die Messe steht ganz im Zeichen von Vielfalt im Haus bzw. in der Wohnung. „Ein ganz großes Thema in diesem Jahr ist auch die Vernetzung von Wohnraum und Küche“, sagt der Möbelexperte Markus Majerus. In Küchenmöbel integrierte Anschlüsse für Computer-Arbeit und multimediale Kombinationen gehören für die kommende Saison nach den Worten Majerus zum „absoluten Trend“. Aber diese Entwicklung gilt nicht nur für die Küche: „Auch im Wohnzimmer und selbst im Schlafzimmer wird künftig Multifunktionalität Einzug halten“, sagt Majerus. Präsentiert wird beispielsweise auch ein Bett, das mit einem Motor ausgestattet in alle Richtungen drehbar ist.
Nach dem lange rückläufigen Geschäft mit Betriebsschließungen und Stellenstreichungen ist nach Angaben des VDM-Chefs Klaas die Talsohle in der Möbelbranche erreicht. Derzeit arbeiten dort 130 000 Beschäftigte, 7000 weniger als Ende 2003. Laut Klaas hat Köln die weltweit führende Position als Leitmesse ausgebaut. „Das ist gut für den Export.“ Mittelfristig solle die Exportquote der Branche von 26 Prozent auf über 40 Prozent steigen.
