[SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE]GANDERKESEE - GANDERKESEE/SHS - Etwas enttäuscht zeigte sich Rolf Kuhlmann vom Vorstand des Ganderkeseer Agenda-Vereins schon darüber, dass zum Vortrag über den „Global Marshall Plan“ im Hörsaal des Ganderkeseer Gymnasiums nur 17 Zuhörer erschienen waren. Da der Vortrag im Veranstaltungsplan der Schule angekündigt war, hatte er auf mehr Teilnehmer „aus der Schule heraus“ gehofft.

Auf Einladung des Agenda-Vereins referierte Andrea von Lehmden, Mitarbeiterin der Stiftung Weltvertrag in Hamburg, über die Global Marshall Plan Initiative, die 2003 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Gründungsmitglieder waren unter anderem der Club of Rome, der BUND, die Stiftung Weltvertrag, attac und die Süddeutsche Zeitung. Die Initiative hat prominente Fürsprecher wie Dr. Franz Alt (TV-Journalist, Bestsellerautor), Prinz El Hassan Bin Talal von Jordanien (Präsident des Club of Rome) und Rita Süssmuth (Bundestagspräsidentin a.D.)

Von Lehmden griff die größten globalen Probleme unseres Jahrhunderts auf. So gibt die Globalisierung Großunternehmen die Möglichkeit, bei zu hohen Steuern im Ausland zu produzieren. Der Staat ist also gezwungen, die Körperschaftssteuer niedrig zu halten, um Arbeitsplätze im Land zu erhalten. Ein weiteres Problem ist das Bevölkerungswachstum. Heute leben 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde – 1927 waren es „nur“ zwei Milliarden. „Und alle brauchen Nahrung und Energie“, so von Lehmden. Als nächstes Problem nannte sie den Klimawandel. Die CO2-Emissionen nehmen erschreckend zu; dabei leben noch zwei Milliarden Menschen ohne Strom. Das vierte große Problem ist die soziale Ungerechtigkeit. „Die drei reichsten Menschen der Welt besitzen genau so viel Geld wie die 600 Millionen ärmsten Menschen zusammen“, berichtete von Lehmden. Dabei zeigen Untersuchungen, dass es dem Staat um so schlechter geht, je weiter Arm und Reich auseinander klaffen.

Langfristiges Ziel des „Global Marshall Plan“ ist eine ökosoziale Marktwirtschaft, eine soziale Marktwirtschaft mit ökologischen Vorzeichen. Weltweit sollen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen arbeiten, um globale Sicherheit, Frieden und Wohlstand für alle zu schaffen. Dies soll durch Entwicklungsförderung, die sich am US-Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg und der EU-Erweiterung orientiert, erreicht werden. Ein EU-Beratungsgremium soll eingerichtet werden, das einen „Global Marshall Plan“ entwickelt.

Kurzfristig will die Initiative Kirchentagsredner ansprechen und um Beiträge zum „Global Marshall Plan“ bitten.


„Nichts auf der Welt ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, lautet ein Zitat von Victor Hugo. Das hat sich die Global Marshall Plan Initiative auf die Fahne geschrieben.