SPOHLE/DRINGENBURG - So voll war es wohl schon lange nicht mehr bei der Generalversammlung der Molkerei Ammerland im Spohler Krug: Das Thema Milchlieferstopp beherrschte trotz Berücksichtigung aller geplanten Tagesordnungspunkte und Regularien letztlich die Versammlung.
Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) riefen dazu auf, sich solidarisch mit denen zu erklären, die „schweren Herzens“ ihre Milch wegkippten. Auch etliche Erzeuger, die nicht dem BDM angehörten, erklären sich mittlerweile solidarisch und beteiligen sich am Lieferboykott, wurde in der Versammlung deutlich. Einer betonte dabei: Der Boykott richte sich nicht gegen die Molkereien, sondern gegen die Politik.
Was die Erzeuger erzürnt, ist der geringe Preis, den sie für ihr Produkt erhalten: 30 Cent waren es wohl im vergangenen Monat – „zu wenig angesichts weiter gestiegener Produktionskosten“, hieß es. Ein Erzeuger aus Butjadingen – nicht Mitglied im BDM, wie er betonte – hatte sich ebenfalls solidarisch erklärt und macht mit beim Boykott. Er sagte: „2007 haben wir gelernt, dass die Preise hoch gehen, wenn die Milch knapp wird“.
In der Verknappung des Angebots sahen viele Erzeuger nun das einzige Mittel, um die Preise für ihr Produkt anzuheben. Den größten Applaus an diesem Abend erhielt daher auch derjenige, der vorschlug, vertraglich festzulegen, dass die Molkereien nur die Referenzmenge aus den Betrieben abholen – ein Vorschlag, der als Antrag verstanden wurde, was satzungsgemäß an dem Abend aber gar nicht möglich war. Bei einer Probeabstimmung dazu sprach sich ein Großteil der Anwesenden jedoch genau dafür aus.
Die Molkerei Ammerland hat ihren Aufsichtsrat um zwei Mitglieder erweitert. Gewählt wurden Jannes Bergsma aus der Wesermarsch und Jan-Hinrich Sanders aus Ostfriesland. Armin Ohmstede aus Grabstederfeld schied aus dem Aufsichtsrat aus: Gegen ihn setzte sich Gegenkandidat Jens Eilers aus Schweinebrück durch. Verabschiedet wurde Vorstandsmitglied Werner Freese aus Petersfehn. Freese war seit 1991 im Vorstand tätig.
